Freitag, 16. November 2018

Wirtschaftskriminalität auf dem Vormarsch Geldwäsche boomt - vor allem in Berlin

Die Polizei hat im vergangenen Jahr so viele Geldwäsche-Fälle wie nie zuvor erfasst. Wie die Grafik von Statista zeigt, hatten es die Beamten laut Polizeilicher Kriminalstatistik bundesweit mit 11.541 Geldwäschedelikten zu tun. Gut 88,8 Prozent von ihnen wurden aufgeklärt.

Spitzenreiter im Länderranking ist Berlin: Hier gab es mit 2493 mehr als ein Fünftel aller Fälle - zum Vergleich: Gut 4 Prozent aller Deutschen leben in der Hauptstadt. Auf den Plätzen zwei und drei stehen die Flächenländer Baden-Württemberg (1831) und Nordrhein-Westfalen (1489 Fälle). Am seltensten mit Geldwäsche zu tun hatte die Polizei in Schleswig-Holstein: 94 Fällen stehen 92 aufgeklärte gegenüber. Mit 97,9 Prozent hat das Land damit die beste Aufklärungsquote.

Dass Berlin mit Abstand an der Spitze des Rankings steht, mag damit erklärbar sein, dass zur Geldwäsche häufig Immobilien oder Restaurants genutzt werden - beide Wirtschaftszweige sind in Großstädten stärker vertreten als in ländlich geprägten Regionen. Berliner Medien berichteten in den vergangenen Jahren zudem, dass viele Einwohner der Hauptstadt als sogenannte "Finanzagenten" arbeiten - indem sie ihre Konten gegen eine Provision für Überweisungen anderer Menschen zur Verfügung stellen: "Ohne Finanzagenten hätten wir einen großen Teil der organisierten Computerkriminalität nicht", sagte 2016 der damalige Justizsenator Thomas Heilmann.

luk

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