Montag, 18. Februar 2019

Telekoms Online-Tochter vor Verkauf BNP Paribas soll Käufer für T-Online finden

Käufer gesucht: Die Telekom will ihre Internettochter T-Online zehn potentiellen Käufern andienen. Umgekehrt ist sie an dem Telekom-Marktführer in Slowenien interessiert und wird für Telekom Slovenije wohl ein Gebot abgeben

Die Deutsche Telekom treibt nach Informationen des "Spiegel" den Verkauf ihres Internetportals T-Online voran. Der Konzern habe die Großbank BNP Paribas in Frankfurt mit der Suche nach einem Käufer beauftragt, berichtet das Nachrichtenmagazin.

Die Bank habe bereits einen etwa 30-seitigen Verkaufsprospekt erstellt, der an knapp zehn Interessenten verschickt werden solle. Außerdem habe die Telekom eine Bewertung ihrer Internettochter und des dazugehörigen Onlinevermarkters Interactive Media anfertigen lassen. Das rund 150 Seiten starke Dokument werde den Bietern in einem sogenannten Datenraum zur Verfügung gestellt.

Bis zum Frühsommer solle nach den Plänen der Telekom eine Entscheidung fallen, berichtete das Magazin weiter. T-Online soll zuletzt 100 Millionen Euro Umsatz und einen ein- bis zweistelligen Millionengewinn erwirtschaftet haben.

Bereits im vergangenen Dezember hatte es erste Berichte über Verkaufsgespräche gegeben. Als einer der möglichen Interessenten gilt demnach der Medienkonzern Axel Springer. Springer versucht schon länger, sich auf den Online-Bereich zu konzentrieren - eine Übernahme von T-Online würde daher ins Konzept passen.

Beobachter sehen hier allerdings kartellrechtliche Hürden, sollte die Telekom-Tochter mit Bild.de unter einem unternehmerischen Dach eine Verbindung eingehen.

Telekom wird wohl für Sloweniens Branchenprimus bieten

T-Online gilt mit rund 374 Millionen Besuchern pro Monat als Deutschland meistbesuchtes Nachrichten- und Unterhaltungsportal im Internet. Es folgen Ebay auf Rang zwei sowie die Seite Bild.de von Springer auf Platz drei.

Zugleich berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, dass die Telekom einem Insider zufolge zu den beiden Bietern gehöre, die am Montag eine bindende Offerte für den slowenischen Branchenprimus abgeben. Allerdings würden die Gebote für die Telekom Slovenije mit 110 Euro je Aktie wohl deutlich unter dem aktuellen Börsenkurs von 133 Euro liegen. Der Konzern würde dann mit 867 Millionen Euro bewertet.

Die geringere Angebotspreis erkläre sich dadurch, dass der künftige Besitzer Strafen in einem Rechtsstreit einkalkulieren müsse, sagte der Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Gegen die Telekom Slovenije läuft ein Gerichtsverfahren, in dem dem Unternehmen der Missbrauch seiner dominanten Marktposition vorgeworfen wird. Slowenischen Medien zufolge könnte das den Konzern bis zu 440 Millionen Euro kosten.

Telekom und Springer verhandeln offenbar über T-Online-Verkauf

mit Material von dpa

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