Mittwoch, 17. Oktober 2018

Fintech-Startup WB21 Weltbank ohne Banklizenz - die abenteuerliche Story des Fintech-Unternehmers Michael G.

Michael Gastauer: Der Fintech-Unternehmer sorgt mit märchenhaften Zahlen für Furore - und für Zweifel

2. Teil: Zweifel an der Bewertung

Doch bei genauerem Nachfragen ist dann doch nicht alles so herrlich, wie es sich darstellt. Die Milliardenbewertung von 2,2 Milliarden US-Dollar begründet Gastauer allein mit dem Transaktionsvolumen, das nach seinen Angaben zuletzt bei 1,2 Milliarden Dollar lag.

Zum Vergleich dazu: Das bereits 2011 gegründete und mittlerweile international bekannte Start-up Transferwise, das mit einem ähnlichen Geschäftsmodell an den Start gegangen ist, ist mehr als fünf Jahre nach der Gründung nur rund die Hälfte wert. Bekannte Wagniskapitalgeber oder Branchenexperten, wie Konkurrent Transferwise sie mit Peter Thiel, Ben Horowitz, Richard Branson oder Vikram Pandit aufweisen kann, hat Gastauer nicht vorzuweisen.

Doch daran hat er nach eigenen Angaben auch gar kein Interesse. Schließlich - so der Unternehmer - wollten diese in der Regel ein ziemlich großes Stück vom Kuchen ab. Mehr, als Gastauer nach eigenen Angaben bereit ist zu geben. Er setzt lieber auf ein privates Offering und will für rund 200 Millionen Euro ein Zehntel des Unternehmens direkt an Anleger verkaufen.

Was bleibt sind Zahlen, die sich von außen nicht nachprüfen lassen. Ebenso wenig wie die Qualität der Algorithmen, mit denen WB21 arbeitet.

Was sich nachprüfen lassen würde, wäre die Existenz einer Banklizenz. Schließlich wurde zur "feierliche Eröffnung unserer Bank" geladen. Doch auch hier: bislang Fehlanzeige. Weder in London noch in Deutschland liegt eine Lizenz bislang vor oder wurde auch nur beantragt.

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