Montag, 19. November 2018

Ex-WPP-Chef und Werbetycoon wagt Neustart Martin Sorrell will es nochmal wissen

Agenturnetzwerke: Die größten Unternehmen
REUTERS

Gerade einmal sechs Wochen ist es her, dass Großbritanniens Top-Werber Martin Sorrell seinen Vorstandsposten bei dem von ihm gegründeten Werberiesen WPP aufgeben musste. Jetzt ist Sorrell zurück - mit einer neuen Firma.

Laut britischen Medienberichten hat sich Sorrell in eine an der Börse gelistete Firma eingekauft, die als Hülle für ein neues Werbeimperium dienen soll. Ein Modell, das Sorell bereits bei der Gründung von WPP gefahren hatte.

Die an der Londoner Börse gelistete Firma Derriston Capital, in die Sorrell den Angaben zufolge 40 Millionen Pfund (knapp 46 Millionen Euro) seines eigenen Vermögens einbringen und deren Vorstandsvorsitz er übernehmen will, soll demnach in S4 Capital umbenannt werden - angeblich mit Bezug auf vier Generationen der Familie Sorrell. Von Investoren sollen weitere 150 Millionen kommen, die in den Kauf von Marketing-Firmen investiert werden sollen.

"Next-Gen-Marketingfirma"

"S4 ist ein wachstumsorientiertes Unternehmen, dessen Ziel es ist, ein multinationales-Geschäft im Bereich Kommunikationsdienstleistungen aufzubauen", erläuterte Sorell seine Pläne. Vor allem in den Bereichen Technologie, Daten und Inhalte gebe es "beträchtliche Möglichkeiten".

Wie eine solche Marketingfirma neuer Generation aussehen müsste, hatte Sorrell bereits in der Vergangenheit skizziert: agiler, responsiver, mit weniger Hierarchien und Bürokratie und weniger schwerfällig.

Bei der Konkurrenz und bei Sorrells früherem Unternehmen WPP, an dem der Werber noch immer mit 1,4 Prozent beteiligt ist, werden die neuen Aktivitäten des Unternehmers sicher mit großer Aufmerksamkeit verfolgt werden.

Schließlich hatte Sorrell eine ähnliche Herangehensweise schon einmal genutzt, um mit WPP denweltgrößten Werbekonzern der Welt zu errichten. Wegen Vorwürfen angeblichen Fehlverhaltens, das zu einer internen Untersuchung geführt hatte, zu dem allerdings nichts wirklich Konkretes an die Öffentlichkeit gelangt war, hatte Sorell das Unternehmen vor einigen Wochen verlassen. Der Manager hatte jegliches Fehlverhalten stets abgestritten.

Das mit 16 Milliarden Pfund bewerte Marketing-und Werbekonglomerat WPP hat die Werbeindustrie über Jahre dominiert, zuletzt allerdings mit der wachsenden Werbedominanz von Facebook und Google zu kämpfen.

mit Material von reuters

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