Mittwoch, 19. Dezember 2018

Stephan Schambach über seine Intershop-Vergangenheit und seine neuen Erfolge "Mein größter Fehler als Unternehmer"

Stephan Schambach: Der Internetunternehmer über Innovationen, Informatik und deutsche Befindlichkeiten

Stephan Schambach - sein Name und der des von ihm gegründeten Unternehmens Intershop steht wie kaum ein anderer für den rasanten Aufstieg und jähen Absturz des Neuen Marktes. Mit der Milliarden-Übernahme des Intershop-Nachfolgers Demandware durch den SAP-Konkurrenten Salesforce ist dem gebürtigen Erfurter nun ein Exit gelungen, der dem Techunternehmer knappe 220 Millionen Dollar in die Kasse spült. Was Schambach über den Digital-Standort Deutschland denkt und was er von den deutschen Internet-Unternehmern Samwer hält, lesen Sie im aktuellen manager magazin.

mm: Herr Schambach, herzlichen Glückwunsch. Der Verkauf von Demandware an Salesforce bringt Ihnen persönlich knapp 220 Millionen Dollar ein. Dabei sind Sie ja bei Demandware schon vor einiger Zeit ausgestiegen, haben erst die Führung bereits 2010 abgegeben und im vergangen Jahr auf das Aufsichtsgremium verlassen. Wieso?

Schambach: Ich baue gerne Firmen auf und hatte aber eigentlich keine große Lust ein börsennotiertes Unternehmen selbst zu führen. Als ich dann eine neue Firma gegründet habe, habe ich mich entschlossen, auch das Aufsichtsgremium zu verlassen. Auch um potenziellen Konflikten vor vornherein einen Riegel vorzuschieben.

mm.de: Eine Ihrer Lieblingsthesen lautet, Großunternehmen produzierten keine Innovationen.

Schambach: Das Neue darf nicht das Alte gefährden. Das verhindert bahnbrechende Innovationen in großen Unternehmen.

mm.de: Das heißt nach Ihrer Auslegung: BMW und Volkswagen haben keine Chance gegen Tesla.

Schambach: Schauen Sie sich mal einen BMWi3 an. Der ist genauso designt, dass er keiner anderen BMW-Produktlinie in die Quere kommt. Während ein Tesla so designt ist, wie man ein Elektroauto eigentlich bauen müsste.

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