Mittwoch, 20. Februar 2019

SoundCloud-Gründer Wahlforss Rücktritt per Twitter

Eric Wahlforss, Mitgründer von SoundCloud
ddp/Pedro Fiuza/NurPhoto/Sipa USA
Eric Wahlforss, Mitgründer von SoundCloud

Der Mitgründer des Berliner Musik-Streamingdiensts SoundCloud gibt seinen Posten als Produktchef (CPO) ab. Das verkündete Eric Wahlforss (39) am Donnerstagabend via Twitter.

Nach mehr als elf Jahren habe er realisiert, dass es an der Zeit sei, eine Pause zu machen und darüber nachzudenken, was er als Nächstes machen wolle, schreibt Wahlforss. Ab dem 1. März werde er noch als Berater für SoundCloud tätig sein.

Die Plattform, auf der Musik getauscht und verbreitet werden kann, gründete der gebürtige Schwede 2007 gemeinsam mit Alexander Ljung. Bis Sommer 2017 war Ljung CEO des Unternehmens, das als Hoffnungsträger der Berliner Start-up-Szene galt. Ljung verließ SoundCloud, als die Firma in die Krise rutschte. Etwa 40 Prozent der Mitarbeiter wurden entlassen, die Verluste hatten sich 2016 auf 75 Millionen Euro angehäuft. Dem gegenüber stand ein Umsatz von rund 50 Millionen Euro.

Für ein rettendes Investment über 170 Millionen Euro sorgten damals die New Yorker Bank Raine Group und die Singapurer Investmentgesellschaft Temasek. SoundCloud wurde dabei stark abgewertet. Seither ist Kerry Trainor CEO des Unternehmens. Zuvor war er Chef der Videoplattform Vimeo. Wie sich SoundCloud seit dem Chefwechsel wirtschaftlich entwickelt hat, kommentiert das Unternehmen auf Nachfrage nicht.

Wie viele Nutzer SoundCloud hat, ist ebenfalls unklar. Das Unternehmen gab sich bei der Frage in der Vergangenheit bedeckt. Fest steht: Die Plattform hat große Konkurrenz. Neben den Musik-Streamingdiensten Apple Music oder YouTube Music von Google ist auch das schwedische Spotify erfolgreich, das zuletzt 87 Millionen zahlende Nutzer verbuchte.

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung