Sonntag, 19. August 2018

Gute Vorsätze, die über Ihre Zukunft entscheiden So werden Sie 2018 zum digitalen Gewinner

Digitalisierung: Nutzen Sie die Chancen zu ihrem Vorteil, verharren Sie nicht bei den digital Abgehängten
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Digitalisierung: Nutzen Sie die Chancen zu ihrem Vorteil, verharren Sie nicht bei den digital Abgehängten

2. Teil: Die Beruhigungspillen für die digital Abgehängten

Kundenbefragungen sind Beruhigungspillen für die digital Abgehängten

Die Kundenbefragungen aus dem Jahr 1997 waren damals Balsam auf den Seelen gestresster Hertie-Kaufhausmanager, die damit endlich den Beleg hatten, dass der E-Commerce keine Zukunft hat. Der Ausgang der Geschichte ist bekannt. Solche Studien dürften eigentlich nur mit dem Zusatz "Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Marktforscher oder Unternehmensberater" veröffentlicht werden. Denn was beim Lesen solcher Studien häufig übersehen wird: Sobald Konsumenten die Vorteile digitaler Angebote für sich entdecken, nutzen sie diese auch. Und dann vergleichen sie: Wo bekomme ich den besseren Service? Wo ist es für mich bequemer? Innerhalb weniger Monate entstehen Bedürfnisse, die es zuvor gar nicht gab.

Etablierte Unternehmen, die gerade noch vertrauensvolle Partner ihrer Kunden waren, laufen plötzlich Kundenbedürfnissen hinterher, die sie nicht mehr verstehen. So wirbt die Online-Krankenversicherung Ottonova offensiv damit, dass die Zeit des Wartens in überfüllten Wartezimmern beim Arzt vorbei sei.

Wie bitte? Sich von einem Callcenter beraten lassen? Medizinischen Diagnosen einer Hotline vertrauen? Klassische Krankenversicherer befragen ihre Kunden. Und natürlich antworten diese mehrheitlich: "Wir vertrauen unserem Arzt." Noch so eine Beruhigungspille für die digital Abgehängten.

In der Onlinestudie von ARD und ZDF hieß es 1997 noch: 89 Prozent der Befragten sehen keinen Verdrängungswettbewerb zwischen klassischen Medien und Onlinemedien.

20 Jahre später haben Netflix und Amazon viele Marktanteile dazu gewonnen, während das klassische Fernsehen massiv Zuschauer verliert. Internetstars wie Julien Bam haben Reichweiten, von denen klassische Fernsehmacher zum Teil nur noch träumen können. Das sind die digitalen Gewinner. Klassische Programmmacher müssen sich dafür mit Papiertigern in Landesmedienanstalten herumschlagen, die nach wie vor eifrig über Lizenzvergaben diskutieren und den Sendern Auflagen machen.

Die digitale Spaltung wird 2018 zunehmen

Auch wenn es schwer ist, Prognosen abzugeben, eine kann ich auf Basis der Crowdstudie und Hunderten von Gesprächen, die ich 2017 mit Managern und Vorständen geführt habe, sicher geben: Der Riss zwischen digitalen Gewinnern und digital Abgehängten wird sich 2018 vergrößern. Unternehmen, die reden, aber nicht handeln, werden in wenigen Jahren dramatisch Marktanteile verlieren oder ganz vom Markt verschwunden sein. Arbeitnehmer, die im Alten verharren, während um sie herum die digitale Welt rasant an Geschwindigkeit zunimmt, werden die Verlierer sein. Wer sich weiterbildet und neugierig alle Methoden nutzt, wird gewinnen.

2018 wird für Sie - ob als Unternehmer, Manager oder Angestellter - ein Jahr der Entscheidung: Auf welcher Seite wollen Sie stehen? Wollen Sie digitaler Gewinner oder digital Abgehängter sein? Wollen Sie im Bestehenden verharren und damit irgendwann zur "analogen Altlast" der Wirtschaft gehören? Oder wollen Sie mutig voranschreiten und die digitale Wirtschaft mitgestalten?

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