Montag, 10. Dezember 2018

Hoher Verlust im vierten Quartal Brexit-Schaden - Milliarden-Abschreibung auf BT Group belastet Telekom

Telekomchef Timotheus Höttges
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Telekomchef Timotheus Höttges

Ein Milliardenverlust der Deutschen Telekom im vierten Quartal drückt den Jahresgewinn 2016 empfindlich. Dennoch will Telekomchef Tim Höttges den Aktionären eine Dividende zahlen.

Eine milliardenschwere Abschreibung hat der Deutschen Telekom im vierten Quartal einen Verlust eingebrockt und den Jahresgewinn 2016 deutlich gedrückt. Weil die Beteiligung an der britischen BT Group infolge der Abwertung des Pfundes nach dem Brexit und wegen eines Bilanzskandals deutlich weniger wert ist, setzte die Telekom den Wert in ihren Büchern um 2,2 Milliarden Euro herunter, teilte sie am Donnerstag mit.

Das sorgte im vierten Quartal für einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro, im gesamten vergangenen Jahr machte der Dax-Konzern damit einen überraschend niedrigen Konzerngewinn von 2,7 Milliarden Euro - ein Minus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Konzernumsatz kletterte insgesamt um 5,6 Prozent auf 73,1 Milliarden Euro.

Da aber das US-Geschäft weiter boomt, erhöht die Telekom die Dividende für 2016 auf 60 Cent je Aktie von 55 Cent.

US-Tochter bleibt Garant für steigende Gewinne

Wachstumslokomotive der Telekom ist dank neuer Tarife und eines Netzausbaus weiterhin die amerikanische Tochter T-Mobile US. Diese steigerte 2016 dank gut acht Millionen neuer Handykunden den Betriebsgewinn um knapp 30 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro.

Der Siegeszug des einstigen Krisenablegers ruft Interessenten auf den Plan. Nach Aussagen von Insidern will der japanische Telekom-Riese Softbank die Mehrheit an seinem glücklosen US-Mobilfunker Sprint an die Telekom-Tochter verkaufen. Softbank arbeite an einem solchen Deal mit T-Mobile US, hatten mehrere mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters im Februar gesagt.

Der Deal wäre sehr groß: Sprint ist an der Börse 35 Milliarden Dollar wert, T-Mobile US sogar 52 Milliarden Dollar. Die Telekom hält an ihrem Ableger zwei Drittel der Aktien, muss sich derzeit aber über die nächsten Schritte bedeckt halten, da eine Versteigerung von Frequenzen in den USA offiziell erst im April endet.

Gewinn im laufenden Jahr soll um 4 Prozent steigen

Für dieses Jahr erwartet der Vorstand einen Anstieg des Betriebsgewinns (Ebitda) um 4 Prozent auf 22,2 Milliarden Euro nach 21,4 Milliarden Euro im vorigen Jahr. Analysten hatte für 2016 mit einem Ebitda von 21,5 Milliarden Euro gerechnet.

Der sogenannte freie Bargeldzufluss, an den Vorstandschef Tim Höttges die Dividende geknüpft hat, soll um rund 12 Prozent auf rund 5,5 Milliarden Euro klettern.

Rei/Reuters/dpa

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