Montag, 19. November 2018

DHL in Not Wie DHL aus dem Schlamassel kommen will - und Amazon in die Hände spielt

DHL: Die Pakettochter der Deutschen Post tritt auf die Bremse

Es waren gleich zwei Nachrichten, mit denen Deutsche Post-Chef Frank Appel in dieser Woche aufhorchen ließ. Am Montag kündigte das Unternehmen einen Umbau im Paketgeschäft an. Am Dienstag folgte dann die Ankündigung, ab 2019 die Preise für Geschäftskunden anzuheben. Und auch für Sperrgut künftig deutlich mehr zu kassieren als früher. Nicht nur, dass das Sorgenkind Deutscher Paketmarkt nun vom wachstumsstarken internationalen Geschäft abgekoppelt wird. Appel tritt auf die Bremse - und das mit Macht. Allerdings könnte er sich damit neue Probleme schaffen.

Die nun in "Post und Paket Deutschland" umbenannte Sparte kränkelt - und das massiv. So hatten die Bonner unter dem mittlerweile entlassenen Spartenchef Jürgen Gerdes zwar lange vom boomenden Onlinehandel profitiert und ihr Geschäft immer weiter ausgebaut. Im Kampf um Marktanteile blieb dabei jedoch die Profitabilität auf der Strecke.

Um gegenüber der Konkurrenz die Nase vorn zu behalten und Marge durch Masse zu ersetzen, ließen sich - nicht nur DHL, sondern auch andere Logistiker - bei einigen Großkunden auf Preise ein, die ihre Kosten nicht mehr deckten. Gleichzeitig mussten sie kräftig investieren: in teurere Fahrer, aufwendige Tracking-Technik oder Elektrofahrzeuge für die Innenstadt.

Besonders auf der so genannten letzten Meile, dem Weg bis zur Haustür des Kunden, kletterten die Kosten enorm: In Großstädten kommen Paketzulieferer leicht auf einen Stundenlohn von 15 Euro. Doch die Arbeit ist so mühselig und die Empfänger sind so selten daheim anzutreffen, dass zu wenig Leute den Job machen wollen - und die Fluktuation beim Personal riesig ist.

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