Mittwoch, 14. November 2018

Tech-Hoffnung aus Berlin Delivery Hero steigert Umsatz, Aktie hebt ab

Der Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin
ddp images/Stefan Papp
Der Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin

Die Aktie von Delivery Hero Börsen-Chart zeigen hat am Mittwochmorgen zu einem Höhenflug angesetzt. Mehr als 12 Prozent legte das Papier zeitweise zu. Das Unternehmen, bei dem Kunden online Essen bestellen können, steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal stärker als erwartet und erhöhte die Prognose.

2018 rechnet der Berliner Lieferdienst-Vermittler nun damit, zwischen 780 und 785 Millionen Euro umzusetzen. Geplant waren zu Jahresanfang noch 740 bis 770 Millionen - nach einem Umsatz von 544 Millionen Euro im Jahr 2017.

CEO Niklas Östberg zeigte sich zufrieden mit den Investitionen, die Delivery Hero im dritten Quartal getätigt hatte. In der zweiten Jahreshälfte will der Schwede insgesamt rund 80 Millionen Euro in die Verbesserung der Technologie und vor allem in das Marketing stecken.

Das Ergebnis scheint Anleger jetzt zu begeistern, dabei hatten sie die angekündigten Investitionen zunächst verschreckt. Anfang August hatte CEO Östberg verkündet, zugunsten neuer Ausgaben die Profitabilität zu verschieben. Ursprünglich sollte Ende 2019 die Gewinnschwelle erreicht werden. An der Börse sorgte das für drei harte Monate, in denen die Aktie knapp 25 Prozent an Wert verlor.


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Neue Angaben zur Höhe der Verluste oder dazu, wann Delivery Hero Gewinne erzielen will, machte Östberg am Mittwoch nicht. "Mit der Größe kommt Profitabilität", sagte er in einem Telefonat mit Journalisten. Er sieht sich auf einem guten Weg. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 62 Prozent auf 202 Millionen Euro, Bestellungen nahmen um 45 Prozent auf 102 Millionen zu.

Delivery Hero ist in mehr als 40 Ländern aktiv und in Deutschland vor allem unter den Marken Lieferheld, Pizza.de und Foodora bekannt. Das Start-up wurde vor dem Börsengang 2017 durch internationale Zukäufe immer größer. Unter anderem übernahm das Unternehmen den türkischen Wettbewerber Yemeksepeti für 590 Millionen US-Dollar. Laut Östberg ein lohnendes Investment: "Nach Bestellungen ist die Türkei der größte Markt unserer Gruppe", so der CEO. Zwar sei die Entwicklung der Lira nicht günstig gewesen, dennoch sei der Markt noch sehr profitabel.

In Deutschland ist Lieferando der niederländischen Takeaway-Gruppe der wichtigste Wettbewerber für Delivery Hero. Mit viel Werbung versuchen die beiden Spieler, die Marktherrschaft für sich zu entscheiden. Da Delivery Hero keine Zahlen für den deutschen Markt veröffentlicht hat, ist unklar, wie es in dem Rennen steht. Und auch, wie nachhaltig die hohen Ausgaben für das Marketing sind.

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