Montag, 23. Juli 2018

Fahrer, Sex, Roboterautos Diese Baustellen bremsen Uber aus

Selbstfahrendes Uber-Fahrzeug in Pittsburgh, Pennsylvania

Uber-CEO Dara Khosrowshahi hat von seinem Vorgänger, dem gefeuerten Gründer Travis Kalanick, einige Probleme geerbt. Nach Sexismus-Vorwürfen und verärgerten Fahrern und Kunden muss er den ganzen Laden umkrempeln. Immer wieder werden neue Vorwürfe bekannt.

Uber-CEO Dara Khosrowshahi will den Fahrdienstvermittler Ende 2019 an die Börse bringen. Davor hat der ehemalige Expedia-Chef noch einiges an Aufräumarbeiten vor sich.

Khosrowshahi folgte Ende August 2017 auf Unternehmensgründer und CEO Travis Kalanick, der vom Verwaltungsrat des Unternehmens gefeuert wurde. Kalanicks Führungsstil und die mit ihm in Verbindung gebrachten Skandale standen der weiteren Entwicklung von Uber im Wege.

Kalanick hatte den Fahrdienstvermittler 2009 in San Francisco gegründet. Die Idee ist simpel, war aber damals neu: Erstmals konnten Nutzer mit einer Smartphone-App eine Mitfahrgelegenheit bestellen. Die Fahrer waren Privatleute und arbeiteten nicht im Taxigewerbe. Inzwischen ist Uber in rund 60 Staaten vertreten und wird mit fast 70 Milliarden Dollar bewertet.

Vertuschung und Geheimdienstmethoden

Doch das Unternehmen wird von immer neuen Skandalen erschüttert, die alle in die Amtszeit von Kalanick fallen. Ende 2017 wurde bekannt, dass das Unternehmen einen Hackerangriff aus dem Herbst 2016 ein Jahr lang verschwieg. Dabei wurden fast 60 Millionen Nutzerdaten kompromittiert. Uber hatte den Hackern ein Schweigegeld gezahlt. Zudem kam heraus, dass Uber offenbar ehemalige CIA-Agenten eingesetzt hatte, um Wettbewerber auszuspionieren.

Führungsstil und Unternehmenskultur des Fahrdienstes standen schon länger in der Kritik. So beschuldigte eine Mitarbeiterin das Unternehmen, nicht gegen sexuelle Belästigung durch Vorgesetzte vorzugehen.

Das kurzzeitige Engagement Kalanicks als Berater für US-Präsident Donald Trump kostete den Fahrdienst einige Kunden. Uber wollte sich zudem nicht an einem Streik der New Yorker Taxifahrer gegen Trumps neue Einreisepolitik beteiligten. Nutzer riefen unter dem Hashtag #DeleteUber dazu auf, den Dienst zu boykottieren.

Weitere Negativschlagzeilen machte Uber mit der Überwachung von Journalisten und der Nutzung einer Software, die Kontrolleuren und unerwünschten Fahrgästen falsche Angaben über die Verfügbarkeit von Fahrzeugen machte. Uber hat viele Baustellen, wie der folgende Überblick zeigt.

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