Mittwoch, 19. Dezember 2018

Chinesischer Staatsfonds CIC beteiligt sich an Didi Kuaidi Uber bangt um China - Peking steigt bei Konkurrenz ein

Uber-CEO Travis Kalanick: Das China-Geschäft könnte schwieriger werden als erwartet - Peking beteiligt sich über den Staatsfonds CIC am Uber-Konkurrenten Didi Kuaidi

Die Nachricht dürfte im Hauptquartier von Uber in San Francisco für Aufregung gesorgt haben. Erst vor wenigen Tagen waren Details über eine weitere Finanzierungsrunde bekannt geworden, an der sich auch Microsoft beteiligt hat und nach der Ubers Bewertung hochgerechnet auf mehr als 50 Milliarden Dollar gestiegen ist. Doch Zeit zum Feiern blieb dem Uber-Management nicht, denn prompt gibt es beunruhigende Nachrichten aus China. Und zwar von Didi Kuaidi, dem chinesischen Uber-Konkurrenten, mit dem sich Uber seit Monaten eine Verdrängungsschlacht liefert.

Der von chinesischen Größen wie Tencent und Alibaba finanzierte Fahrdienstvermittler hat einen finanziell äußerst potenten neuen Unterstützer gefunden, der Uber ernsthaft Sorgen bereiten könnte: Den chinesischen Staatsfonds China Investment Corporation (CIC). Über ein geplantes Investment von CIC in Didi Kuaidi berichtet das "Wall Street Journal".

Nun ist CIC nicht der erste Staatsfonds, der in den Uber-Konkurrenten investiert. Auch der singapurischen Staatsfonds Temasek ist mit von der Partie. Und auch für CIC ist ein Tech-Investment wie Didi Kuaidi zwar ungewöhnlich, aber nicht völlig neu. Schließlich ist CIC auch bei Alibaba investiert und hat den Onlinehändler beim Rückkauf von Yahoo gehaltener Aktien unterstützt.

Dicht dran an der Staatsmacht

Doch die Staatsnähe des 2007 ins Leben gerufenen, 650 Milliarden Dollar schweren fünftgrößten Staatsfonds der Welt könnte Uber Probleme bereiten. So war CIC-Chairman Ding Xuedong über längere Zeit für den Staatsrat der Volksrepublik und das Finanzminsiterium tätig, bevor er zum CIC wechselte. Und er hat aus dieser Zeit noch gute Verbindungen.

Details, mit welchem Betrag CIC bei Didi Kuaidi einstiegt, gab es zunächst nicht. Ebenso wenig eine offizielle Bestätigung. Laut "Wall Street Journal" soll das CIC-Investment Teil einer noch nicht finalisierten Fnanzierungsrunde in Höhe von rund 2 Milliarden Dollar sein, die die Bewertung des Unternehmens auf 15 Milliarden Dollar schrauben würde.

Der Kampf um den "Billionen-Markt-China" (Didi Kuaidi) ist unterdessen in vollem Gang. Um in der Volksrepublik Fuß zu fassen, soll Uber laut "New York Times" seinen Fahrern Boni zahlen, die den Fahrpreis übersteigen. Allein eine Milliarde der vergangenen Finanzierungsrunden soll Uber für die Etablierung in zwölf chinesischen Städten eingeplant haben.

Dass Uber gegen die Konkurrenz aufgibt, die nach eigenen Angabenmehr als 80 Prozent des chinesischen Fahrdienstmarktes beherrscht, ist indes nicht zu erwarten. Für den Kampf gegen Uber hatten Alibaba und Tencent erst im Frühjahr ihre Kräfte in Didi Kuaidi gebündelt. Davor waren beide Unternehmen mit zwei separaten Apps Didi Dache (Tencent) und Kuaidi Dache (Alibaba) auf dem chinesischen Markt präsent.

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