Sonntag, 21. Oktober 2018

Booking steigt bei Didi ein Diese mächtige Allianz könnte Daimler und Carsten Maschmeyer noch wehtun

Skyline von Peking: Künftig können China-Reisende, die über Booking.com gebucht haben, den Wagen für ihre Stadtrundfahrt gleich mitbuchen

Es ist eine Allianz zweier Schwergewichte, die das Zeug hat, gleich reihenweise kleinere Konkurrenten wie lästige Fliegen zu verscheuchen. Und die auch für den deutschen Autobauer Daimler und den Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer teuer werden könnte.

Die weltgrößte Reiseplattform Booking und die größte Mobilitätsplattform der Welt, das chinesische "Uber" Didi-Chuxing, machen gemeinsame Sache. Künftig wollen die beiden Schwergewichte ihre Kräfte vereinen: Booking steht für Marken wie die Reise- und Hotelsuchmaschinen Booking.com, Priceline, der Flugsuchmaschine Kayak, Rentacars.com und den Restaurant-Reservieungsservice OpenTable - sowie für umgerechnet 12,7 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr. Die Transportplattform Didi wiederum hat mit ihrer Marktmacht sogar den US-Konzern Uber zum Rückzug aus China bewegt. Didi hat aktuell mehr als 550 Millionen Nutzer.

Künftig sollen sämtliche Marken von Booking.com über ihre Apps nahtlos Fahrdienste von Didi anbieten können. Didi-Kunden wiederum sollen automatisch Zugriff auf die Angebote von Booking.com oder Agoda bekommen.

Booking steigt mit 500 Millionen bei Didi ein

Im Zuge der Zusammenarbeit steigt die Booking-Holding mit einer halben Milliarde Dollar bei dem Fahrdienstvermittler ein. Die Beteiligung ist eher stategisch zu bewerten. Denn Didi hatte erst Ende 2017 in einer neuen Finanzierungsrunde rund vier Milliarden Dollar eingesammelt und dürfte keinen akuten Finanzbedarf haben. Zudem fällt die neue Beteiligung angesichts der letzten Bewertung von Didi in Höhe von angeblich 56 Milliarden Dollar vergleichsweise gering ins Gewicht.

Während Booking.com mit dem strategischen Schachzug seinen Fußabdruck auf den attraktiven chinesischen Markt auf einen Schlag deutlich vergrößern dürfte, sollte die Kooperation für Didi vor allem vor dem Hintergrund seiner aktuellen Expansion interessant sein. So ist der Fahrdienstleister bei einer ganzen Reihe von Uber-Konkurrenten in Asien, dem Nahen Osten, Südamerika sowie in Europa eingestiegen und ist zuletzt auch in Autstralien an den Start gegangen.

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