Freitag, 22. Februar 2019

Warum Samsung beim Note 7 die Reißleine ziehen musste Samsungs 4,5 Milliarden Euro schwere Firewall

Tech-Flops: Das sind die großen Fehlschläge
DPA

Es ist das "Worst-Case-Szenario". Schlimmer hätte es für den Technologieriesen Samsung kaum laufen können. Erst der Rückruf des Galaxy Note 7 wegen brennender Batterien. Dann die peinliche Tatsache, dass die Ingenieure das Problem nicht in den Griff bekamen. Und nun das endgültige Aus für das Flaggschiff des Konzerns, mit dem die Südkoreaner eigentlich dem ewigen Konkurrenten Apple im Highend-Bereich wieder Paroli bieten wollten.

Das alles ist wie ein Akku jetzt explodiert: Milliarden Produkt- und Entwicklungskosten sind verbrannt, das Markenimage stark angeschlagen. Und die mehr als drei Millionen produzierten Luxus-Smartphones, so Experten, können nun eigentlich nur noch verschrottet werden.

Ein Szenario, das Analysten der Investmentbank Normura noch kurz zuvor klar als "Worst-Case-Szenario" bezeichneten - und das Samsung ihren Schätzungen zufolge in diesem und im kommenden Jahr bis zu 4,5 Milliarden Euro kosten dürfte.

Weihnachtsgeschäft ohne Luxusmodell

Tatsächlich kommt das Debakel zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Zum einen, weil Samsung damit kurz vor der für Tech-Konzerne so wichtigen Feiertagssaison ohne sein Luxusmodell da steht. Zum anderen, weil der Imageschaden den Konzern in einer denkbar ungünstigen Zeit trifft. Denn die Ära, in der die Südkoreaner den Smartphonemarkt zusammen mit Apple unter sich aufteilten, ist längst vergangen.

Zwar dominiert Samsung laut dem Analysehaus IDC mit einem weltweiten Anteil von 22,4 Prozent noch immer den Markt. Apple kam im zweiten Quartal gerade einmal auf 11,8 Prozent.

Doch während Apple vor allem auf extrem lukrative Highend-Modelle setzt, sind die Modelle bei Samsung im Durchschnitt deutlich günstiger - und damit meist auch deutlich weniger lukrativ für den Hersteller.

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