Samstag, 16. Februar 2019

4,3-Milliarden-Deal Atos will Chipkarten-Spezialist Gemalto schlucken

Sim-Karten für Handys: Sie gehören zum Portfolio der niederländischen Gemalto

Der IT-Dienstleister Atos ist kein Unbekannter. Die Franzosen kauften bereits die Siemens-IT-Tochter SIS. Jetzt greift Atos nach dem Chipkarten-Spezialisten Gemalto - und würde 4,3 Milliarden Euro für das niederländische Unternehmen zahlen. Das ist umgerechnet ein Aufschlag 42 Prozent zum letzten Aktienkurs. Doch Gemalto wehrt erst einmal ab.

Der französische IT-Dienstleister Atos Börsen-Chart zeigen will den niederländischen Chipkarten-Hersteller Gemalto übernehmen. Atos will nach eigenen Angaben vom späten Montagabend für den Anbieter von Produkten zur digitalen Sicherheit insgesamt 4,3 Milliarden Euro auf den Tisch legen - in bar wohlgemerkt.

Pro Gemalto-Aktie werde Atos 46 Euro zahlen, das ist ein Aufschlag von 42 Prozent verglichen mit dem Schlusskurs vom Freitag. Durch den Zusammenschluss würde ein führendes Unternehmen bei Cyber-Sicherheit und digitalen Dienstleistungen entstehen, erklärte Atos. Die Franzosen hatten bereits vor Jahren die IT-Tochter SIS von Siemens Börsen-Chart zeigen übernommen.

Gemalto bezeichnete die Atos-Offerte als unerbeten. Das Management werde das Angebot prüfen, um die beste Lösung für das Unternehmen, seine Mitarbeiter und seine Aktionäre zu finden. Gemalto habe die Deutsche Bank und J.P.Morgan sowie die Anwaltskanzlei Allen & Overy LLP als Berater hinzugezogen.

Es handele sich um ein freundlich gesinntes Angebot, versicherte dagegen Atos. Die Franzosen waren nach eigenen Angaben bereits am 28. November auf das Gemalto-Management zugegangen mit ihrer Offerte. Nun habe man sich entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen. Atos sei aber weiter offen für Gespräche mit dem Verwaltungsrat von Gemalto.

Zu den Geschäftsfeldern von Atos gehören Zahlungstransaktionen, Beratungs- und Technologiedienstleistungen, Systemintegration sowie Outsourcing-Dienstleistungen. Der IT-Dienstleister ist in Bezons bei Paris ansässig. Gemalto stellt unter anderem Chip- und Magnetstreifenkarten wie SIM-Karten für Handys, Kreditkarten sowie Gesundheitskarten her.

rei/dpa/Reuters

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