Sonntag, 16. Dezember 2018

Apple setzt schon bei nächster iPhone-Generation eigene Chips ein Aktie von Dialog Semiconductor leidet

Eigenleben: Die Nachfolge-Modelle von iPhone X und Apple Watch 3 dürften schon die eigen entwickelten Halbleiter von Apple in sich haben
SPIEGEL ONLINE
Eigenleben: Die Nachfolge-Modelle von iPhone X und Apple Watch 3 dürften schon die eigen entwickelten Halbleiter von Apple in sich haben

Apple Börsen-Chart zeigen setzt bereits in der kommenden iPhone-Generation auch auf eigene Power-Management-Chips. Diese Nachricht hat die Aktien des Zulieferers Dialog Semiconductor Börsen-Chart zeigen am Freitag auf das tiefste Niveau seit Anfang 2014 zurückgeworfen. Die Aktien sackten um bis zu 16 Prozent ab auf 15,50 Euro.

Fünf Prozent Umsatz dürfte es das Tecdax-Unternehmen zunächst kosten, wenn der iPhone-Hersteller schon in diesem Jahr weniger Halbleiter für das Energie-Management (PMIC) in seinen iPhones bei Dialog Semiconductor bestellt. "Wir hatten nicht damit gerechnet, dass das so schnell geschieht", sagte Frederic Yoboue vom Investmenthaus Bryan Garnier. Frühere Aussagen des Managements von Dialog Semiconductor hätten den Schluss nahe gelegt, dass Apple erst ab dem kommenden Jahr auf eigenproduzierte PMIC-Chips oder auf die anderer Zulieferer wie Maxim Integrated Products Börsen-Chart zeigen setzt.

Der Analyst nimmt an, dass Apple ab September eigene PMIC-Komponenten verwendet - "ein Jahr früher als von uns erwartet". Von nun an werde Dialog Semiconductor voraussichtlich sukzessive weniger PMIC-Chips an Apple liefern, wenngleich der Technologieriese an Dialog Semiconductor als Lieferant anderer Komponenten festhalten dürfte, prognostizierte Yoboue.

Der Schritt von Apple ist nicht überraschend. Ende November hatte die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtet, Apple wolle Halbleiter für das iPhone in Eigenregie herstellen. Der Kurs von Dialog Semiconductor war daraufhin in drei Tagen um fast 40 Prozent eingebrochen und hat sich seitdem nicht mehr erholt.

"Scheibchenweise wird das Bild klarer, zum Nachteil von Dialog Semiconductor", erklärte Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank. Auch für ihn ist es überraschend, dass Apple die Pläne bereits in diesem Jahr umsetzt. Er will seine Annahmen für Dialog nun überprüfen und rechnet damit, dass auch die Konsensprognosen sinken werden. "Weiterer Druck auf die Aktie zeichnet sich ab".

Lesen Sie auch:

Überraschend solide Apple-Zahlen reißen Zulieferer mit

Dialog Semiconductor nach Apple-Konferenz im freien Fall
Foxconn plant größten IPO in China seit drei Jahren

Frederic Yoboue von Bryan Garnier schätzt, dass der Schritt von Apple den Umsatz von Dialog im vierten Quartal um 60 bis 90 Millionen Dollar schmälert. Er reduzierte folglich die Annahme für die Erlöse im Gesamtjahr um gut 8 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Auch die durchschnittlichen Verkaufspreise für die PMIC dürften sinken und damit auch die Margen

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH