Dienstag, 11. Dezember 2018

Apple-Stadt will den Hyperloop Mit 1223 km/h von San Francisco nach Cupertino

Hyperloop: Der Prototyp erreichte eine Geschwindigkeit von 324 km/h.

Die kalifornische Stadt Cupertino führt nach eigenen Angaben Vorgespräche für den Bau einer sogenannten Hyperloop-Strecke, um ihr Pendlerproblem in den Griff zu kriegen. Sollte aus den Plänen etwas werden, dann würde eine Fahrt bis in die Großstadt San José statt rund einer Stunde nur noch fünf Minuten dauern, sagte Barry Chang, Stadtrat und ehemaliger Bürgermeister von Cupertino.

Der Hyperloop ist ein neuartiger Zug, der mit bis zu 1223 Kilometern pro Stunde fahren soll. Durch Pumpen wird in einem geschlossenen Tunnel ein Vakuum erzeugt. Dadurch sinkt der Luftwiderstand, und der Zug kann mit wenig Energieaufwand sehr schnell Fahrt aufnehmen. Die Kapseln schweben und werden elektromagnetisch angetrieben und abgebremst.

Die Stadt Cupertino hat selbst nur 60.000 Einwohner, wird aber fast jeden Tag von einer gewaltigen Pendlermasse überrollt, weil IT-Konzerne wie Apple Börsen-Chart zeigen , Seagate, Trend Micro und viele Start-ups hier ihren Sitz haben. Immer mehr Entwickler, Designer und Programmierer strömen mit dem Auto, speziellen Shuttlebussen oder mit der Bahn aus San Francisco und anderen umliegenden Städten nach Cupertino. Künftig sollen möglichst viele von ihnen mit dem Hyperloop fahren.

Das Konzept für den Zukunftszug war im August 2013 von dem Unternehmer Elon Musk vorgestellt worden. Das Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies, das es in Cupertino umzusetzen soll, wurde von dem Deutschen Dirk Ahlborn gegründet.

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Bild: REUTERS

Ahlborn glaubt, der Hyperloop könne die Gesellschaft verändern. Die Wahlmöglichkeiten für Jobs und zwischenmenschliche Beziehungen würden seiner Ansicht nach drastisch steigen, die Wahrnehmung von Distanz würde sich verändern.

Kritiker zweifeln teils an der Machbarkeit der Hyperloops. Um die rund 20 Tonnen schweren Kapseln auf nahezu Schallgeschwindigkeit zu beschleunigen, müssten in der Röhre Druckverhältnisse wie im Weltall herrschen. Experten fragen sich, ob ein solches Beinahe-Vakuum auf einer Hunderte Kilometer langen Strecke je bezahlbar ist - und was bei einem Terroranschlag oder Erdbeben passiert.

Dennoch gibt es für die Technologie weltweit Interessenten. 2016 hatte die Verkehrsbehörde des Emirats Dubai eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Auch die Lufthansa hat sich an dem Verkehrsmittel schon interessiert gezeigt.

Die Stadt Cupertino würde, wenn sie die Hyperloop-Strecke denn je baut, die ansässigen Firmen in die Pflicht nehmen. Apple und Co. sollen sich dann über eine Pro-Kopf-Abgabe an der Pflege und dem Ausbau der Infrastruktur finanziell beteiligen, hieß es.

ssu/spon

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