Samstag, 20. Oktober 2018

350 Milliarden Dollar - "wirtschaftliche Bedeutung gegen Null" Warum Apples Cash-Heimkehr nicht nur Segen für die USA ist

Neue Apple-Zentrale in Cupertino

Die Zahlen erscheinen überwältigend. 350 Milliarden Dollar will Apple in den kommenden fünf Jahren zur US-Wirtschaft beitragen, 30 Milliarden investieren, den Großteil seiner im Ausland gehorteten 252 Milliarden Cash-Reserven heimholen, 20.000 Jobs schaffen und 38 Milliarden Dollar Steuern zahlen. Apple-Chef Tim Cook gibt patriotische Töne von sich. US-Präsident Donald Trump jubelt Triumph: Alles wegen seiner Steuerreform.

Auf den zweiten Blick wirkt der Schritt schon nicht mehr so grandios. "Wie viel von den 350 Milliarden über das hinausgeht, was das Unternehmen sowieso ausgegeben hätte, ist unklar", schreibt die "New York Times". Es könnte sich um das in Apples expandierendem Geschäft ohnehin übliche Wachstum handeln.

Tatsächlich fügt sich die neue Ankündigung fast nahtlos in Apples mittelfristige Planung ein. Würde man die aktuellen Ausgaben - auch ohne Inflationsausgleich - fortschreiben und die zusätzliche Steuerlast abziehen, blieben nur noch 37 Milliarden Dollar an Zusatzausgaben übrig - ein Wachstum von rund 13 Prozent.

Der "neue Campus", den Apple nun ankündigt, erscheint in den Details der Ankündigung auch eher wie ein größeres Call Center als wie noch eine mächtige Zentrale nach Art des gerade fertiggestellten neuen Hauptquartiers, das ebenfalls als "Campus" bezeichnet wird. Immerhin soll ein - mit einer Milliarde Dollar bisher allerdings äußerst kleiner - Innovationsfonds für die US-Industrie verfünffacht werden.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH