Dienstag, 19. März 2019

Trotz wachsender Nachfrage Goldrausch für App-Entwickler ist vorbei

Reiches Angebot: Immer mehr Apps kommen auf den Markt - wirklich gut verdienen damit aber nur die wenigsten

Das Geschäft mit Apps boomt - ständig kommen neue Anwendungen auf den Markt, die das Smartphone cleverer und nützlicher machen sollen. Doch für die Entwickler ist der Goldrausch vorbei. Lohnenswert ist das Geschäft nur noch für wenige Große.

New York/Hamburg - Whatsapp, Runtastic, Nachrichtenapps oder die neusten Spiele - die meisten Smartphonenutzer haben gleich mehrere Apps auf ihrem Telefon. Viele sind auch bereit, dafür zu zahlen. Und die Entwickler dieser Programme verdienen mit: Mehr als 20 Milliarden Dollar hat zum Beispiel der Technologiekonzern Apple Börsen-Chart zeigen seit Eröffnung seines Appstores an Entwickler ausgezahlt.

Doch das große Geld verdienen damit nur die wenigsten. Wie die "Financial Times" unter Berufung auf das Analysehaus Vision Mobile berichtet, verdienen 1,6 Prozent der Entwickler mehr als die übrigen 98,4 Prozent zusammen. Mehr als die Hälfte der rund drei Millionen Entwickler auf der Welt verdienen laut Vision Mobile pro App monatlich weniger als 500 Dollar.

Der Grund für das starke Verdienstgefälle liegt in der beschränkten Wahrnehmung. Viele Entwickler schaffen es angesichts der stetig wachsenden Konkurrenz gar nicht mehr, zu ihren potenziellen Kunden vorzudringen. Nur noch diejenigen, die es sich erlauben können, für die eigenen Apps zu werben, haben in der Regel eine Chance, es in die Charts der App-Anbieter zu schaffen. Und das sind meist die Großen mit Geld.

Angesichts dieser Entwicklung rechnen Experten damit, dass die Zahl der App-Entwickler in den kommenden Jahren drastisch sinken dürfte. "Der Goldrausch ist vorbei", fasst Luc Vandal vom kanadischen App-Shop Edovia die Lage zusammen.

Mit der zunehmenden Verbreitung und dem Ausbau von Assistenten wie Apples Siri, Microsofts Cortana oder Google Now könnte sich die Situation von App-Entwicklern ohnehin grundlegend ändern. Dann könnten deren Betreiber den Nutzern je nach Situation die passenden Apps anbieten. Dies könnte die Zahl der genutzten Apps womöglich deutlich erhöhen. An der Tatsache, dass Apple & Co. als Gatekeeper agieren, dürfte sich aber kaum etwas ändern.

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