Donnerstag, 16. August 2018

Kursrutsch der Bezos-Company Trump legt nach, Amazon stürzt weiter

Donald Trump, Amazon-Chef Jeff Bezos: "Trump hasst Amazon"
[M] Getty Images
Donald Trump, Amazon-Chef Jeff Bezos: "Trump hasst Amazon"

US-Präsident Donald Trump hat erneut Amazon Börsen-Chart zeigen scharf kritisiert und einen weiteren Kursrutsch der Aktie ausgelöst. Das Papier des weltgrößten Onlinehändlers gab am Montag in New York um fast fünf Prozent auf 1378 Dollar nach.

Trump schrieb auf Twitter, die US-Post verliere durch Amazons Gestaltung der Versandgebühren Geld. "Nur Narren behaupten, dass unserer defizitärer US Postal Service mit Amazon Aufträgen Geld verdiene", schrieb Trump. Statt dessen sorge die Vereinbarung zwischen Amazon und der Post dafür, dass US Postal Geld verliere. "Das wird sich ändern", schrieb Trump, ohne genauer darauf einzugehen, was er damit meine.

Amazon äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Ähnliche Kritik hatte Trump bereits in der vergangenen Woche geübt und den Konzern kritisiert, was ebenfalls zu Kursverlusten bei der Amazon-Aktie geführt hatte. "Sie zahlen wenig oder gar keine Steuern an Bundesstaaten und Kommunen und sie benutzen unser Postsystem als ihren Botenjungen", schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter. Dies lasse den Vereinigten Staaten enorme wirtschaftliche Schäden entstehen.

Viele Tausend Einzelhändler würden aus dem Geschäft gedrängt, schrieb der Präsident. Der Aktienkurs von Amazon Börsen-Chart zeigen war bereits am Vortag eingebrochen, als Berichte kursierten, Trump könnte politisch gegen den Konzern vorgehen und eine höhere Besteuerung von Amazon durchsetzen. Konzernchef Jeff Bezos ist auch Inhaber der Trump-kritischen Zeitung "Washington Post".

Die Kritik des Präsidenten zeigt auch deshalb Wirkung, weil der Aktienkurs von Amazon Börsen-Chart zeigen in den vergangenen Monaten von einem Rekord zum nächsten geeilt war und nun besonders anfällig für Gewinnmitnahmen ist. Zeitweise sank der Börsenwert von Amazon am Mittwoch um rund 53 Milliarden Dollar, bevor sich der Kurs wieder erholte.

Laut dem Online-Portal Axios will der US-Präsident die steuerliche Behandlung von Amazon ändern und die Marktmacht damit begrenzen. Er sorge sich, dass kleine Einzelhandelsgeschäfte aus dem Geschäft gedrängt würden, hieß es bei Axios am Mittwoch. "Trump hasst Amazon, nicht Facebook", titelte Axios. Insgesamt stützte die Website ihren Bericht auf fünf Quellen, die das Thema mit dem Präsidenten diskutiert hätten.

Die Sprecherin des Weißen Hauses Sarah Sanders sagte am Mittwoch bei der täglichen Pressekonferenz, die Trump-Regierung erwäge hinsichtlich Amazon keinen politischen Kurswechsel.

Trump hat Amazon wiederholt kritisiert und mit einer "Internetsteuer" gedroht. Ihm missfällt, dass Konzernchef Jeff Bezos privat Besitzer der "Washington Post" ist. Trump bezichtigt die Zeitung immer wieder, "Fake News" zu verbreiten, ohne dafür Belege zu haben.

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