Montag, 10. Dezember 2018

Aufstand gegen Amazon Missbrauchsverfahren gegen Amazon - darum geht es

Jeff Bezos: Der Amazon-Chef sieht sich mit dem Vorwurf des Marktmachtmissbrauchs konfrontiert

Das Bundeskartellamt hat nach zahlreichen Beschwerden deutscher Händler ein Missbrauchsverfahren gegen den US-Internethändler Amazon eingeleitet. Ziel sei es, die Geschäftsbedingungen und Verhaltensweisen von Amazon gegenüber Händlern auf dem deutschen Marktplatz "amazon.de" zu überprüfen, teilte das Bundeskartellamt am Donnerstag mit.

Amazon hat auf dem deutschen Markt eine Doppelfunktion inne: Zum einen betreiben die Amerikaner den größten Onlinemarktplatz in Deutschland - mit einem Marktanteil im Onlinehandel von geschätzt mehr als 50 Prozent. Zum anderen tritt Amazon aber auch selbst als Händler auf. Und genau das sehen viele Händler kritisch. Sie werfen Amazon vor, seine Marktposition zu Lasten der auf dem Marktplatz aktiven Händler auszunutzen.

"Viele Händler und Hersteller sind beim Online-Vertrieb auf die Reichweite des Amazon Marktplatzes angewiesen", sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt. Amazon fungiere als eine Art "gatekeeper" (Torwächter) gegenüber den Kunden - eine Doppelrolle als größter Händler und größter Marktplatz, die das Potenzial für Behinderungen anderer Händler auf der Plattform birgt.

Worum es konkret geht

Genau das sehen die mit Amazon konkurrierenden Händler offenbar gegeben. Die Kartellwächter wollen nun mögliche missbräuchliche Geschäftspraktiken des Online-Riesen prüfen. Dabei stehen Haftungsregeln zu Lasten konkurrierender Händler, intransparente Kündigungen, Sperrungen von Konten sowie einbehaltene oder verzögerte Zahlungen im Fokus.

Voraussetzung für die kartellrechtlichen Ermittlungen sind dabei unter anderem eine marktbeherrschende Position des Internet-Konzerns und die Tatsache, dass die Händler von Amazon abhängig sind. "Für beides liegen Anhaltspunkte vor", hieß es beim Bundeskartellamt.

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