Dienstag, 26. März 2019

Kooperation Vodafone nutzt künftig VDSL der Telekom

Vodafone in Deutschland: Künftig Kunde des VDSL-Netzes der Telekom

Nach Telefonica nun auch Vodafone - die Wettbewerber der Telekom wollen das Turbointernet des deutschen Konzerns nutzen, um ihre Wachstumschancen zu wahren. Die Aktie des Kabelnetzanbieters Kabel Deutschland verliert deutlich.

London - Der Mobilfunker Vodafone Deutschland setzt beim schnellen Festnetzinternet auf die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen. Die Briten wollen dafür deutschlandweit das Hochgeschwindigkeitsnetz des Bonner Konkurrenten nutzen.

"Wir verbessern damit unsere Fähigkeit, deutschen Kunden Hochgeschwindigkeits-Breitband- und TV-Dienste anbieten zu können", sagte Vodafone-Manager Philipp Humm am Donnerstag in London. Vor allem haben die Briten damit wieder bessere Karten im Wettbewerb mit den Kabelanbietern Kabel Deutschland und Unitymedia.

An der Frankfurter Börse war das Echo eindeutig. Die T-Aktie Börsen-Chart zeigen legte um 0,33 Prozent auf 9,81 Euro zu, in London stieg die Vodafone-Aktie Börsen-Chart zeigen um 0,54 Prozent auf 196,25 Pence. Papiere von Kabel Deutschland Börsen-Chart zeigen brachen hingegen um 4,36 Prozent auf 72,16 Euro ein und lagen damit am MDax-Ende.

Mit der nun geschlossenen Kooperation folgt Vodafone dem Konkurrenten Telefonica Deutschland Börsen-Chart zeigen. Dieser hatte vor zwei Wochen angekündigt, das Netz der Telekom nutzen zu wollen. Zwar muss die Vereinbarung zwischen Vodafone und der Telekom noch von der Bonner Netzagentur genehmigt werden. Doch Vodafone hofft, dass es noch in diesem Jahr losgehen kann.

Bundesnetzagentur muss noch zustimmen

Vodafone Deutschland sichert sich so den Zugriff auf das VDSL-Netz der Telekom. Zudem wollen die Briten die Vectoring-Technik der Bonner nutzen. Noch ist diese nicht eingerichtet. Doch die mit ihr verbundenen Hoffnungen sind groß: Denn mit Vectoring lassen sich Daten doppelt so schnell wie mit VDSL übermitteln. Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde im Download sollen mit der neuen Technik möglich werden.

Mit diesem Datenturbo können die Netzbetreiber es mit der Übertragungskapazität der Kabelnetzanbieter Kabel Deutschland und Unitymedia aufnehmen. Der Nachteil des Vectoring liegt allerdings darin, dass nur ein Unternehmen das gebündelte Kabel anbieten kann. Das ruft die Netzagentur auf den Plan.

Für die Telekom steht der Ausbau von Vectoring und Glasfaser im Festnetz ganz oben auf der Agenda. In den kommenden vier Jahren sollen 24 Millionen Haushalte so in den Genuss höherer Geschwindigkeiten kommen und sechs Milliarden Euro für neue Glasfaserleitungen bis zum Kabelverzweiger und den dortigen Ausbau der Kästen mit Vectoring ausgegeben werden.

kst/rei/dpa

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