Samstag, 22. September 2018

Milliardenverlust Hewlett-Packard-Aktie stürzt ab

Kein schöner Anblick: Die Zahlen von Hewlett-Packard kommen an der New Yorker Börse nicht gut an
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Kein schöner Anblick: Die Zahlen von Hewlett-Packard kommen an der New Yorker Börse nicht gut an

Am Vorabend hatte Hewlett-Packard einen gigantischen Verlust und hohe Abschreibungen für das vergangene Quartal gemeldet. Nun bekommt der Computerbauer die Quittung von den Anlegern.

San Francisco - Die Aktie von Hewlett-Packard (HP) Börsen-Chart zeigen sackte am Donnerstag im frühen New Yorker Handel um 7 Prozent ab. Grund sind milliardenschwere Abschreibungen auf die Servicesparte sowie der gigantische Quartalsverlust, den der noch-weltgrößte Computerbauer am Vorabend gemeldet hatte. Im dritten Geschäftsquartal habe HP einen Fehlbetrag von 8,85 Milliarden Dollar verbucht, teilte HP mit.

Es seien Wertberichtigungen in Höhe von insgesamt 10,8 Milliarden Dollar vorgenommen worden, ein Großteil im Zusammenhang mit dem 13,9 Milliarden Dollar schweren Kauf der Outsourcing-Firma EDS 2008.

Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Gewinn von 1,9 Milliarden Dollar in der Bilanz gestanden. Vor Sonderposten und damit unter Ausschluss der sehr hohen Abschreibung lag der Überschuss im Quartal zu Ende Juli bei einem Dollar je Anteilsschein und damit leicht über den Erwartungen von Analysten.

Der Umsatz von Hewlett-Packard Börsen-Chart zeigen fiel um 5 Prozent auf 29,7 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 30,1 Milliarden Dollar gerechnet. Die Aktie legte nachbörslich um 2,6 Prozent zu.

Wie der Computerhersteller weiter mitteilte, brachte er im abgelaufenen Quartal seinen Stellenabbau voran. 4000 Jobs wurden gestrichen, bis Ende des Geschäftsjahres sollen es 11.500 Stellen sein. Ingesamt zählt HP rund 300.000 Mitarbeiter.

HP-Chefin Meg Whitman unterzieht den Konzern einem umfassenden Umbau. Trotz des Gegenwinds mache das Unternehmen Fortschritte, sagte Whitman. "HP steckt noch immer ganz am Anfang einer Wende, die Jahre dauern wird", so die Konzernchefin bei der Vorlage der Zahlen am Mittwoch. "Es liegt noch einiges an Arbeit vor uns", betonte sie während einer Telefonkonferenz mit Analysten mehrfach und warnte: "Unser Fortschritt wird nicht geradlinig sein."

Die Konkurrenz rückt HP immer dichter auf die Fersen, vor allem mangelt es an Wachstumspotenzial. Der chinesische Hersteller Lenovo, der das PC-Geschäft vom US-Technologiekonzern IBM übernommen hat und zuletzt den Aldi-Lieferanten Medion kaufte, löste den HP-Rivalen Dell inzwischen auf dem zweiten Platz ab. Der Gewinn von Dell brach zuletzt um 18 Prozent ein, der verhaltene Ausblick enttäuschte Investoren.

rei/rtr/dpa

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