Samstag, 23. März 2019

Call-Center betroffen T-Mobile USA streicht 1900 Stellen

Schwächelndes Geschäft: T-Mobile USA investiert vier Milliarden Dollar in die Netzaufrüstung

Nachdem der Verkauf von T-Mobile USA an AT&T gescheitert ist, muss die Deutsche Telekom ihre verlustreiche Tochter nun selbst auf Kurs bringen. Deshalb sollen in den USA mehrere Call-Center geschlossen und das Netz aufgerüstet werden.

New York - Die Deutsche Telekom setzt bei ihrer schwächelnden Mobilfunktochter T-Mobile USA den Rotstift an. In einem ersten Schritt werde die Zahl der Call-Center-Standorte von 24 auf 17 reduziert, teilte T-Mobile USA mit. Insgesamt seien von den Schließungen 3300 Arbeitsplätze betroffen, 1400 würden jedoch in den verbleibenden Call-Centern aufgestockt. Dadurch beläuft sich die Zahl der Stellenstreichungen auf 1900.

"Dies sind keine leichten Schritte, sie sind aber notwendig, um Effizienzvorteile zu schaffen und in Wachstum investieren zu können", sagte Philipp Humm, Chef von T-Mobile USA. Zusätzlich seien weitere Maßnahmen zur Restrukturierung in anderen Geschäftsbereichen geplant, die bis Ende des zweiten Quartals umgesetzt werden sollen.

Nach dem gescheiterten Verkauf der Tochter an den Konkurrenten AT&T wird das Netz in den USA auf den neuen schnellen Datenfunk LTE (Long Term Evolution) aufgerüstet. Die Investitionen lägen bei insgesamt vier Milliarden Dollar. Diese Summe hatte Humm bereits Ende Februar genannt. Die Probleme von T-Mobile USA waren zuletzt die ungenügend ausgebauten Netze und das Fehlen von Apples iPhone im Angebot - ein Grund, warum Kunden wegliefen.

Die hohen Ausgaben kann die Telekom jedoch weitgehend von der Zahlung ausgleichen, die AT&T für das Scheitern der Übernahme leisten musste. Der US-Riese zahlte der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen drei Milliarden Dollar in bar. Zudem darf die Telekom das Netz des größeren Rivalen mitnutzen, das sogenannte Roaming, und bekommt überdies begehrte Funkfrequenzen.

AT&T bezifferte den Gesamtwert des Ausgleichspakets auf vier Milliarden Dollar. AT&T wollte T-Mobile USA eigentlich für 39 Milliarden Dollar übernehmen, scheiterte jedoch am Widerstand der Wettbewerbshüter.

mg/dpa

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