Freitag, 16. November 2018

Anastassia Lauterbach Qualcomm holt Ex-Topmanagerin der Telekom

Sie hat wieder gut lachen: Anastassia Lauterbach verantwortet seit September das Europageschäft des US-Telekommunikationsausrüsters Qualcomm
Deutsche Telekom
Sie hat wieder gut lachen: Anastassia Lauterbach verantwortet seit September das Europageschäft des US-Telekommunikationsausrüsters Qualcomm

2. Teil: Der neue Chef brachte den Karriereknick

Und das umso mehr, als sie nach dem Abgang des bisherigen Chief Technology Officers Hamid Akhavan im Februar 2010 dessen Posten als Produkt- und Innovationschefin kommissarisch übernommen hatte. Schließlich galt sie sogar als Kandidatin für die langfristige Nachfolge Akhavans.

Dann jedoch kam alles anders. Im Mai 2010 trat der neue Technik- und Innovationsvorstand der Telekom, der ehemalige Cisco-Vorstand Edward Kozel, sein Amt an. Die Auffassungen des als eher ruhiger Teamplayer auftretenden, technikgetriebenen US-Amerikaners mit der als dominante Analytikerin geltenden gebürtigen Russin passten nicht zusammen. Die Konsequenz: Kozel versetzte die Kollegin und machte sie zur Chefin der Telekom-Beteiligungsgesellschaft T-Venture. Neuer Innovationschef ist seit November 2010 der gelernte Ingenieur Thomas Kiessling.

In ihrer neuen Position war Lauterbach für strategische Partnerschaften und die Integration von Übernahmeobjekten verantwortlich. Doch hielt es die junge Managerin auf dem neuen Posten nicht einmal ein Jahr lang. Zum März dieses Jahres schied sie bei der Deutschen Telekom aus, um sich neuen Aufgaben zu widmen.

Bis zum Qualcomm-Deal teilte sie dieses Schicksal im Übrigen mit einigen anderen hoch gehandelten Top-Managerinnen - deren Schicksal das Bekenntnis vieler Konzerne zur Frauenquote zuletzt zumindest in Frage gestellt haben. So legte erst im Juli Angelika Dammann, Personalchefin beim Softwarekonzern SAP Börsen-Chart zeigen, nach weniger als einem Jahr und einer Dienstjet-Affäre den Posten hin. Beim Sportartikler Puma Börsen-Chart zeigen traf es die einstige Nummer zwei im Konzern, Markenchefin Melody Harris-Jensbach. Man habe sich "einvernehmlich über ihr Ausscheiden geeinigt" hieß es Ende Juli dieses Jahres.

Dass es indes auch andersherum geht, zeigte im selben Monat ausgerechnet die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen. Die Bonner beriefen gleich zwei Frauen in den Vorstand. Für das Ressort Europa ist künftig die ehemalige McKinsey-Beraterin Claudia Nemat (42) verantwortlich. Die Aufgabe der Arbeitsdirektorin übernimmt die ehemalige Kultusministerin Baden-Württembergs, Marion Schick (52).

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