Montag, 16. Juli 2018

Netzwerkausrüster Cisco streicht jede zehnte Stelle

Cisco-Zentrale in San Jose: Der Stellenabbau kostet den Konzern rund 1,3 Milliarden Dollar

Der strauchelnde Netzwerkausrüster Cisco versucht den Befreiungsschlag: Um die horrenden Kosten in den Griff zu bekommen, werden 6500 Beschäftigte entlassen. Zudem verkauft der Konzern ein mexikanisches Werk, in dem weitere 5000 Mitarbeiter beschäftigt sind.

San Jose - Der US-Netzwerkausrüster Cisco Systems startet seinen befürchteten Stellenabbau. Weltweit fallen 6500 Jobs weg - damit muss beinahe jeder zehnte Mitarbeiter gehen. Auch viele Manager sind unter den Opfern. Die betroffenen Mitarbeiter in den USA und Kanada und einigen anderen Ländern würden in der ersten August-Woche informiert, erklärte der Konzern.

Cisco Börsen-Chart zeigen ächzt seit einiger Zeit unter hohen Kosten. Cisco-Chef John Chambers hatte bereits die gefloppten Flip-Videokameras eingestellt und im Mai eine Vereinfachung des gesamten Konzerns angekündigt. Seitdem warteten die Cisco-Beschäftigten auf eine klare Ansage. Einige Investoren hatten auch darauf gedrängt, dass sich Cisco komplett aus dem Geschäft mit Produkten für Endkunden zurückzieht.

Die Konzernführung hat nun zusätzlich zum Stellenabbau ein 5000 Mann starkes Werk im mexikanischen Juarez an den asiatischen Auftragsfertiger Foxconn abgegeben, der vor allem als Produzent von Apples iPhone-Handy und iPad-Tablet bekannt ist. In der Cisco-Fabrik werden sogenannte Settop-Boxen für den Empfang von digitalem Kabelfernsehen hergestellt. Die Arbeitsplätze würden unter neuer Führung bestehenbleiben, versicherte Cisco.

Cisco stellt vornehmlich Geräte für den Datenverkehr her, sogenannte Router und Switches. Cisco-Technik steckt in den meisten Firmennetzwerken und sorgt dafür, dass das weltumspannende Internet läuft. Mit dem Firmenumbau will das Management jährlich rund eine Milliarde Dollar einsparen; erstmal muss Cisco aber 1,3 Milliarden Dollar für Abfindungen und den Vorruhestand von 2100 der betroffenen Mitarbeiter in die Hand nehmen.

Cisco hatte bereits im Frühjahr angekündigt, ein Sparpaket in Höhe von einer Milliarde Dollar auf den Weg bringen zu wollen. Zuvor räumte Cisco-Chef John Chambers ein, dass sich sein Unternehmen auf dem Irrweg befinde. In Deutschland arbeiten rund 850 Menschen für Cisco.

mg/dpa/rtr

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