Freitag, 22. Februar 2019

Fusionsgerüchte AOL sucht den Strohhalm Yahoo

Auf dem Sprung: So weit ist AOL noch nicht, gleichwohl machen erneut Gerüchte die Runde, der US-amerikanische Internetkonzern wolle sich selbst zerlegen und dann mit seinem Wettbewerber Yahoo verschmelzen

Der Internetkonzern AOL erwägt offenbar seine eigene Zerschlagung. Der solle eine anschließende Fusion mit Yahoo folgen. Die Pläne seien aber noch nicht ausgereift, man stehe noch am Anfang, hießt es.

New York - Die Pläne seien in der Anfangsphase, und Yahoo Börsen-Chart zeigen sei noch nicht kontaktiert worden, sagten den Vorgängen nahestehende Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Plan ist demnach kompliziert und beinhaltet die Trennung des traditionellen Geschäftes mit Internetzugängen von der Werbesparte.

Die Überlegungen gingen auf die Zeit zurück, in der AOL zum Medienkonzern Time Warner Börsen-Chart zeigengehört habe. Auch damals sei überlegt worden, die traditionelle Sparte abzutrennen und das Geschäft mit Onlinewerbung mit Yahoo zu fusionieren. Beide Firmen äußerten sich auf Anfrage nicht zu den Vorgängen.

AOL war im Dezember vergangenen Jahres formell aus dem ehemaligen Konzern AOL Time Warner herausgelöst und noch im selben Monat an die Börse gebracht worden. Time Warner hatte damit den Schlussstrich unter einem sehr teuren Fehlschlag gezogen. Die rund 100 Milliarden Dollar schwere Fusion von AOL und Time Warner war im Jahr 2001 als Jahrhunderthochzeit gefeiert worden. Nach dem Platzen der Internetblase blieben gigantische Verluste, die Ehe galt als gescheitert.

Seitdem kämpft AOL ums Überleben. Der Konzern hatte im Laufe dieses Jahres die Dependancen in verschiedenen europäischen Ländern geschlossen. In Deutschland waren alle vier Standorte geschlossen worden.

rei/reuters

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