Sonntag, 24. März 2019

Hohe Schulden Für EMI wird es langsam eng

Dem Musikkonzern EMI gelingt es vorerst nicht, frisches Geld aufzutreiben. Der befristete Verkauf von Verwertungsrechten an Wettbewerber ist gescheitert, berichten Medien. Der Deal hätte dem hochverschuldeten Konzern 444 Millionen Euro in die Kasse spülen sollen.

New York/London/Gütersloh - Dem britischem Musikkonzern EMI Börsen-Chart zeigen droht das Geld auszugehen. Rettende Verhandlungen sind nach Medienberichten gescheitert. Befristete Verwertungsrechte an Stücken von Künstlern wie den Beatles oder Pink Floyd hätten um die 400 Millionen Pfund (444 Millionen Euro) in die klamme Kasse spülen sollen. Nach Universal Music habe aber auch Sony Music bei dem verlangten Preis abgewunken, schreiben das "Wall Street Journal" und die "New York Times".

Braucht dringend Bares: Der britische Musikkonzern hat einen Teil seiner Verwertungsrechte zum Verkauf angeboten. Doch der Preis war offenbar zu hoch
EMI ächzt unter einem Schuldenberg von mittlerweile rund drei Milliarden Pfund. Kann der Konzern seine Raten nicht pünktlich bezahlen, könnten Mitte des Jahres die Schuldner die Kontrolle übernehmen - allen voran die US-Bank Citigroup. Der Finanzinvestor Terra Firma hatte EMI 2007 für vier Milliarden Pfund gekauft und die gemachten Schulden - wie bei solchen Geschäften üblich - dem Musikkonzern aufgebürdet.

Am Mittwoch endete eine von der Citigroup gesetzte Frist. EMI sucht seit Monaten händeringend nach Möglichkeiten, Bares einzunehmen. Auch der Komplettverkauf aller Musikrechte stand zur Diskussion. EMI kämpft damit, dass die CD-Verkäufe drastisch zurückgegangen sind, seitdem die Kunden ihre Musik lieber im Internet herunterladen.

Bertelsmann AG will sich zu EMI nicht äußern

Brancheninsider nennen den Gütersloher Bertelsmann-Konzern immer wieder als möglichen Interessenten von EMI-Unternehmensteilen. Angesprochen auf diese Gerüchte hatte Finanzvorstand Thomas Rabe auf der jüngsten Bilanz-PK zuletzt erklärt, sollten unter Umständen irgendwann einmal EMI-Unternehmensteile zum Verkauf stehen, werde man sich das anschauen. Zu der Frage, ob Bertelsmann an den von EMI angebotenen Verwertungsrechten interessiert sei, wollte sich ein Konzernsprecher am Donnerstag gegenüber manager magazin nicht äußern.

manager magazin mit Material von Nachrichtenagenturen

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