Mittwoch, 19. Dezember 2018

WePad Deutsche Konkurrenz für Apples iPad

Es soll einen etwas größeren Bildschirm haben, aus hochwertigen Materialien gebaut werden und vor allem Adobes Flash-Technik beherrschen: Mit einem Tablet-Computer namens WePad will ein deutsches Unternehmen Apple die Schau stehlen.

Hamburg - Kennen Sie Neofonie? Nein? Kein Wunder, denn bisher ist das Berliner Unternehmen außerhalb der IT-Branche kaum bekannt. Doch das ändert sich jetzt dramatisch. Nachdem die Firma via Facebook auf einen geplanten Touchscreen-PC namens WePad auf sich aufmerksam gemacht hat, schaut plötzlich alle Welt auf das mittelständische Unternehmen mit seinen 170 Mitarbeitern.

Merkwürdig dabei: Auf der Neofonie-Homepage ist vom WePad nichts zu sehen. Das liege daran, so zitiert das Handymagazin Areamobile Firmensprecherin Valerie Grund, "dass die Seite gerade vollständig überarbeitet wird". Einen schlechteren Zeitpunkt für ein solches Homepage-Update hätte man sich wohl kaum aussuchen können. Denn so ist die einzige verbleibende Nachrichtenquelle über das WePad derzeit die Facebook-Seite von Neofonie. Versuche, am Donnerstag Nachmittag Kontakt mit dem Unternehmen aufzunehmen, liefen zunächst ins Leere. Was PR angeht, hätte das Unternehmen also noch einiges von Apple zu lernen.

Was die Technik angeht, wollen sich die Berliner dagegen offenbar nichts vormachen lassen. Mit 11,6 Zoll Diagonale soll der WePad-Bildschirm nicht nur ein wenig größer als der des iPad werden, er soll mit 1366 x 768 Bildpunkten auch eine höhere Auflösung als das Apple-Gerät liefern, dass nur 1024 x 768 Pixel anzeigt. Schon die Wahl dieser Eckdaten lässt vermuten, dass das WePad aus Standardkomponenten aus dem PC-Bereich aufgebaut werden soll. Solche Displays etwa werden vielfach in Netbooks eingesetzt. Ähnlich verhält es sich mit dem 1,6 Gigahertz schnellen Intel-Prozessor, der das Gerät antreiben soll. Auch er ist ein Standardbauteil aus dem Sortiment der PC-Hersteller.

Netbook-Komponenten und Google-Software

In dieser Weise liest sich auch die weitere Ausstattungsliste, soweit sie bisher bekanntgeworden ist: USB-Anschluss, Speicherkartenleser und eine integrierte Webcam gehören ebenso zur Standardausstattung aktueller Mini-Notebooks. Davon abweichend soll das WePad allerdings mit einem kapazitiven Touchscreen ausgestattet sein. So wie auch das iPad soll es in Versionen mit 32 oder 64 GB Flash-Speicher verfügbar werden und sich auch per UMTS mit Mobilfunknetzen verbinden können.

Etwas verworren sind bislang noch die Angaben zu dem Betriebssystem, das Neofonie auf dem WePad verwenden will. Laut Areamobile handelt es sich dabei um ein Linux-Derivat, "auf das Android und eine eigene Nutzeroberfläche aufgesetzt sind". Ein solches System würde dem WePad-Nutzer zumindest Zugriff auf Googles Online-App-Store Marketplace geben, um sich mit Zusatzprogrammen auszustatten. Unklar ist dabei nur, inwieweit bestehende Android-Software kompatibel zu dem neuen Gerät mit seiner hohen Bildschirmauflösung ist.

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