Samstag, 23. Februar 2019

Formatprobleme Apple macht das iPad zum Außenseiter

Apple mag geschlossene Systeme. So auch beim iPad: Obwohl es ein weit verbreitetes Format für elektronische Bücher gibt, wird Apple den iBook Store mit einem eigenen Kopierschutz versehen. Probleme mit bereits gekauften Lesegeräten sind programmiert.

New York - Von Apples Einstieg ins Geschäft mit E-Books erhofft sich die junge Branche neue Impulse. Das vorige Woche vorgestellte Gerät könnte neue Märkte erschließen, neue Kunden für das Lesen digitaler Literatur begeistern - und damit für steigende Umsätze der Buchverlage sorgen. Doch wer schon E-Books besitzt, sollte sich darauf gefasst machen, sich mit dem Kauf eines iPad auch nervigen Stress einzuhandeln.

Das Problem: Wie schon iPod und iPhone hat Apple auch das iPad als geschlossenes System entwickelt, setzt dabei vor allem auf eigene Formate und Techniken. So kann das Gerät beispielsweise mit dem E-Book-Format von Amazons Kindle zunächst nichts anfangen. Ungewöhnlich ist das nicht, auch Geräte anderer Hersteller, wie Sony, kommen damit nicht klar, weil auch der Kindle ein geschlossenes System ist.

Schwerer wiegt jedoch, dass man auf dem iPad nicht einmal digitale Bücher im grundsätzlich für jedermann offenen E-Book-Format EPUB unbeschwert wird lesen können. Dabei böte EPUB eigentlich die besten Voraussetzungen, da es schon jetzt weit verbreitet ist. Doch viele EPUB-Bücher bleiben beim iPad erst mal außen vor, weil Apple einen anderen Kopierschutz verwenden will, als die meisten anderen Anbieter.

Bislang wird für EPUB-Bücher meist eine DRM-Technik (Digital Rights Management) von Adobe verwendet: Die Software "Adobe Digital Editions" verhindert bei E-Book-Readern wie denen von Sony das unerlaubte Weiterverbreiten elektronischer Bücher. Apple hat noch keine näheren Angaben zu seinem Kopierschutz gemacht - aber bei Adobe heißt es, beim iPad komme das Adobe-System nicht zum Einsatz.

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