Dienstag, 16. Oktober 2018

Datenschutz Wie Sie sich vor Google verstecken

Google sammelt mehr Informationen über Internetnutzer als jedes andere Unternehmen. Ab sofort werden Suchergebnisse sogar ohne Zustimmung der User "personalisiert". Aber mit einigen eleganten Tricks kann man sich der Datensammelwut des Konzerns entziehen.

Hamburg - Seit neuestem protokolliert Google Ihr Suchverhalten auch dann mit, wenn Sie keinen Google-Account haben. Jede Suchanfrage wird gespeichert, 180 Tage lang. Verbunden mit der IP-Adresse und der Kennung Ihres Browsers - also nicht mit ihrem Namen. Den kennt Google nur, wenn sie auch noch eine entsprechende Google-Mail-Adresse oder für andere Online-Anwendungen einen Google-Account eingerichtet haben. Ist das der Fall, weiß der Konzern ohnehin sehr viel darüber, was Sie online tun - und zwar ohne Zeitbeschränkung.

Und wenn Sie auch noch eine Google Toolbar installiert haben sollten, speichert Google nicht nur alles, wonach Sie je gesucht haben und alle Suchergebnis-Links, die Sie je angeklickt haben, sondern auch noch alles andere, was Sie mit ihrem Browser machen. Auch nachts, wenn ihr Ehegatte schon schläft, zum Beispiel.

Google ist fraglos sehr nützlich - aber auch enorm neugierig.

Wer einen Google-Account hat, bekommt auch jetzt schon "personalisierte" Suchergebnisse - das erkennt man daran, dass rechts am Rand der Ergebnis-Seite, direkt über dem blauen Trennstreifen, ein Link namens "Anpassungen anzeigen" erscheint. Wenn der da steht, beobachtet Google, wonach Sie suchen - und modifiziert die Ergebnisliste entsprechend.

Wer zuerst darauf und dann auf "Webprotokoll verwalten" klickt, kann auch ihre Suchgeschichte einsehen - auch das Töchterchen, für das Sie eben ein Geburtstagsgeschenk gekauft haben. Sofern der Browser in ihren Google-Account eingeloggt ist.

Nun also gibt es eine neue Ankündigung: Auch die Suchanfragen von nicht bei Google angemeldeten Nutzen werden jetzt gespeichert, um ihnen "dabei zu helfen, bessere Suchergebnisse zu bekommen", wie es in einem Google-Blogeintrag heißt. Letztlich geht es aber um etwas anderes: Je mehr der Konzern über seine Nutzer weiß, desto präziser kann er sie mit Werbung versorgen.

Man muss bei alldem nicht mitmachen. Google gibt jedem Nutzer - auch solchen, die einen Google-Account benutzen - die Möglichkeit, das Beobachten zu verbieten.

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