Mittwoch, 21. November 2018

Ebay Wie die Skype-Gründer zweimal kassieren

Ebay kann seine Telefontochter Skype verkaufen. Der US-Konzern einigte sich mit den beiden Gründern, die gegen das Geschäft geklagt hatten. Niklas Zennström und Janus Friis, die Skype 2005 für 2,6 Milliarden Dollar an Ebay verkauft hatten, erhalten im Zuge der Einigung 14 Prozent an Skype im Gegenwert von 385 Millionen Dollar.

San Jose - Die Skype-Gründer Niklas Zennström und Janus Friis hatten die Firma 2005 für 2,6 Milliarden Dollar an das weltgrößte Auktionshaus Ebay Börsen-Chart zeigen verkauft. Zuletzt wollten sie den Kauf von Skype durch eine Investorengruppe stoppen. Beide machten geltend, dass ihnen immer noch die Rechte an einer Schlüsseltechnologie des Dienstes gehörten und warfen Ebay und den Käufern Urheberrechtsverletzungen vor.

Geschickte Gründer: Zennström und Friis kassieren gleich zweimal für Skype
Nach der Einigung übernehme wie geplant eine Investorengruppe den Mehrheitsanteil von nun 56 Prozent an Skype, teilte Ebay am Freitag mit. Ebay selbst werde weiter mit 30 Prozent im Boot bleiben. Skype ist nun Eigentümer der zuvor von einer neuen Firma der Gründer nur lizenzierten Schlüsselsoftware. Zennström und Friis wollen auch eine Kapitalspritze in nicht genannter Höhe beisteuern, wie Skype mitteilte.

Ursprünglich sollten die Investoren um den Internetpionier und Netscape-Gründer Marc Andreessen für 1,9 Milliarden Dollar 65 Prozent an Skype bekommen. Die Investorengruppe wird angeführt von der Investmentgesellschaft Silver Lake. Unter Zugrundelegung dieser Summe hätte das einen Gesamtpreis von 2,92 Milliarden Dollar bedeutet, also ein einträgliches Geschäft für Ebay. Mit dem nun beschlossenen Verkauf wird Skype mit 2,75 Milliarden Dollar bewertet. Der Verkauf soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Ebay wollte sich schon seit geraumer Zeit von dem Internettelefoniedienst trennen. Die erhofften Synergieeffekte waren ausgeblieben, das Auktionshaus musste eine Milliarden-Abschreibung auf den teuren Zukauf vornehmen.

Im abgelaufenen Quartal gewann Skype gut 40 Millionen neue Kunden und hat nun mehr als 520 Millionen registrierte Nutzer. Der Quartalsumsatz stieg um 29 Prozent auf 185 Millionen Dollar. Die eher moderaten Erlöse erklären sich damit, dass Skype-Nutzer untereinander kostenlos über das Internet telefonieren und Textnachrichten verschicken können. Geld verdient die Firma vor allem bei Gesprächen mit dem gewöhnlichen Telefon-Netz.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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