Montag, 17. Dezember 2018

Digitalfoto Geloggt und getaggt

Der Urlaub ist vorbei und auf dem Speicher der Digitalkamera halten unzählige Fotos die Reisestationen fest. Doch, an welchem Ort wurde welches Foto geknipst? GPS-Logger helfen, die Lücken der Erinnerung zu füllen.

Frankfurt am Main - Wo war das gleich noch mal? Beim Sortieren von Fotos gelangen selbst Gedächtniskünstler früher oder später an ihre Grenzen und können nicht mehr alle Bilder den Aufnahmeorten zuordnen. Wen die Planlosigkeit zur Weißglut treibt, sollte zu einem GPS-Logger greifen. Diese Geräte zeichnen ständig die Position des Fotografen auf, sind ab 50 Euro zu haben und so klein wie eine Streichholzschachtel. Eine Software übernimmt dann später am Rechner das Kopieren der gesammelten Ortsinformationen in die Metadaten (EXIF) der Digitalbilder.

Gedächtnisstützen für Weltenbummler: GPS-Logger wie der GT-100 von Hama verpassen Digitalbildern Ortsinformationen. (Die Veröffentlichung ist für dpa-Themendienst-Bezieher honorarfrei. Das Bild darf nur im Zusammenhang mit dem genannten Text verwendet werden! Quellenhinweis: "Hama/dpa/tmn") +++ +++
Dieses sogenannte Geo-Tagging bietet dem Anwender viele neue Möglichkeiten, seine Bilder zu archivieren und zu präsentieren. "Die Bandbreite ist gigantisch", sagt Constanze Clauß vom Photoindustrie-Verband in Frankfurt. Anhand der Positionsdaten lassen sich die Bilder auf digitalen Karten wie Google Maps, Earth oder Panoramio verorten und anzeigen. Fotografen können Bekannte mit den Koordinaten zielsicher in den entlegensten Winkel lotsen oder selbst dorthin zurückkehren. "Man kann die Koordinaten auch einfach bei Wikipedia nachschlagen", rät Clauß. So kehren die Namen längst vergessener Sehenswürdigkeiten oder Orte zurück - und mit ihnen Informationen für Bildbeschriftungen im Online-Fotoalbum.

Kartenbasierte Online-Alben lassen sich auf speziellen Internetseiten wie de.locr.com oder Googles Picasa anlegen. Auch Flickr kann getaggte Bilder auf der Landkarte anzeigen. Auf den Portalen erfahren Hobbyfotografen nicht nur, wie andere Reisende Landschaften und Sehenswürdigkeiten durch den Sucher gesehen haben, sondern können ihre Eindrücke auch mit Freunden teilen. Wer nicht nur die Fotos, sondern auch die Routen seiner vom GPS-Logger mitgeschnittenen Wanderungen oder Radtouren - die sogenannten Tracks - weitergeben will, ist auf Seiten wie GPSies.com, www.gps-tour.info, www.everytrail.com, www.hikr.org oder www.bikemap.net gut aufgehoben.

Mit einem GPS-Logger und den damit erstellten Tracks können Engagierte sogar an der freien digitalen Weltkarte OpenStreetMap (OSM) mitarbeiten. Alle aufgezeichneten Tracks können unter www.openstreetmap.de in eine Datenbank hochgeladen werden. "Diese Mitschnitte sind selbst dann nützlich, wenn du nicht vorhast, die Straßen selbst im OSM-System zu beschreiben oder Karten zu zeichnen", heißt es beim deutschen Ableger des OSM-Projekts mit Sitz in Hamburg.

Software, die den Zeitpunkt der Aufnahme mit Erstellungszeit und -datum der Wegpunkte im GPS-Track abgleicht, liegt den GPS-Loggern meist bei. Ansonsten ist zum Beispiel unter de.locr.com/downloads eine Auswahl an kostenlosen Programmen aufgelistet. Dreh- und Angelpunkt für eine korrekte automatische Zuordnung der Ortsinformationen zu den Bildern ist die richtig gehende Uhr der Digitalkamera. Sind die Uhrzeiten von Kamera und Satellit nicht synchron, darf man sich nicht wundern, wenn das Bild vom Wasserski fahrenden Onkel im Wörthersee die Geoinformationen des später besuchten Klagenfurter Doms trägt.

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