Montag, 17. Dezember 2018

Windows Microsoft sagt freie Browser-Auswahl zu

Der US-Softwarekonzern Microsoft beugt sich dem Druck der EU und öffnet sein Betriebssystem Windows für die Benutzung anderer Internetbrowser. Den Verbrauchern soll künftig eine Auswahl zur Verfügung stehen. Mitbewerber könnten von diesem neuen Schritt des Konzerns profitieren, heißt es.

Brüssel - Als Lösung für das gegen Microsoft Börsen-Chart zeigen laufende Kartellverfahren habe der Konzern angeboten, Verbrauchern in Zukunft den leichten Wechsel von dem vorinstallierten Browser-Programm Internet Explorer auf Produkte der Konkurrenz zu ermöglichen, erklärte die EU-Kommission am Freitagabend in Brüssel. Demnach will Microsoft den Nutzern seines Betriebssystems eine Auswahl anbieten, bei der mit wenigen Clicks der Internet Explorer deaktiviert und ein anderer Browser als Standardprogramm ausgewählt werden kann.

Microsoft: Der Konzern will sein Betriebssystem für die Nutzung anderer Browser öffnen
Zugleich habe der Konzern mehr Transparenz bei Windows angeboten, um das Schreiben von windows-kompatiblen Programmen zu erleichtern. Die EU-Kommission begrüßte in einer ersten Reaktion beide Vorschläge und kündigte deren Prüfung an. Erst dann will sie eine Entscheidung treffen.

Wegen der Vermarktung des Microsoft-Programms Internet Explorer zusammen mit seinem weit verbreiteten Betriebssystem Windows wirft die EU-Kommission dem US-Softwareriesen vor, seine marktbeherrschende Stellung zu missbrauchen.

Laut EU-Kommission verstößt der Verkauf von Internet Explorer und Windows im Paket gegen EU-Regeln. Das Computerbetriebssystem Windows ist auf rund 90 Prozent aller Computer weltweit installiert. Die Kommission hatte im Januar deswegen ein Verfahren gegen den US-Konzern eingeleitet.

Um weiterem Ärger mit der EU zu entgehen, hatte Microsoft im Juni bereits angekündigt, die neue Version seines Betriebssystems, Windows 7, in Europa ohne den vorinstallierten Internet Explorer auf den Markt zu bringen. Der Internet Explorer sollte den Verbrauchern in Europa gesondert in einer leicht zu installierenden Version angeboten werden. Windows 7, der Nachfolger des aktuellen Windows Vista, soll weltweit ab dem 22. Oktober verkauft werden.

Der neue Schritt Microsofts könnte ein Segen für konkurrierende Browser-Anbieter wie Google, die Mozilla-Stiftung und Opera Software sein. Deren Beschwerden hatten die Prüfung durch die EU-Kommission veranlasst. Microsoft wurden wegen Wettbewerbsverstößen von der EU bereits Strafen über 1,68 Milliarden Euro aufgebrummt. Zuletzt hatte sich Microsoft eine Rekord-Wettbewerbsstrafe der EU in Höhe von fast 500 Millionen Euro eingehandelt, weil das Unternehmen sein Medienabspielprogramm Media Player mit dem Betriebssystem Windows gekoppelt hatte.

manager-magazin.de mit Material von afp und reuters

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