Freitag, 20. Juli 2018

Gesundheitsportale Die besten Infos im Netz

Ob Gürtelrose oder Grippe - zu jeder Krankheit bietet das Internet eine Menge Infos. Gesundheitsportale sind dabei hilfreich: Hier gibt es Fakten schnell und kostenlos. Doch Vorsicht ist geboten, denn manchmal sind die Informationen unvollständig oder schlichtweg falsch. Stiftung Warentest hat zwölf Medizinseiten untersucht.

Berlin - Wenn es im Rücken zwickt, im Magen drückt oder im Kopf schmerzt, sollte der Arzt eingeschaltet werden. Viele Menschen gehen heute allerdings erst einmal ins Internet: Jeder dritte Deutsche nutzt es mindestens einmal pro Monat für die Recherche von allerlei Zipperlein und ernsten Erkrankungen. Tendenz steigend. Allein der Anbieter Netdoktor.de verzeichnet 45.000 Besucher am Tag. Stiftung Warentest hat zwölf Gesundheitsportale unter die Lupe genommen. Insgesamt kommen sie im Test auf knapp sechs Millionen Nutzer im Monat.

Ob die Portale dem Anspruch gerecht werden, ihre Leser vollständig, richtig und neutral zu informieren, überprüften die Tester anhand häufiger Krankheiten wie etwa Blasenentzündung und Bluthochdruck. Ergebnis: Zu allen ausgewählten Krankheiten halten die Portale Informationen bereit, sachliche Fehler gibt es selten. Onmeda patzte. Das Portal schlägt Betablocker als Medikament bei Asthma vor. Eine gefährliche Fehlinfo: Betablocker verengen die Bronchien und sind daher nichts für Asthmatiker.

Die besten Tipps helfen nichts, wenn der Laie sie nicht versteht. Fachbegriffe müssen deshalb erklärt, die Sätze knapp und die Wortwahl präzise sein. Am besten schaffen das GesundheitPro.de, Netdoktor.at, MedizInfo und Paradisi.de. Oft hapert es auch an der Übersichtlichkeit der Seite oder der fehlenden Navigation. Gerade die ist aber wichtig, schließlich landen die meisten Nutzer über Suchmaschinen auf den Portalen. Eine klare Menüführung hilft dann, sich zurechtzufinden. Den Dreiklang Handhabung, Verständlichkeit und Inhalt beherrschen GesundheitPro, Netdoktor und Vitanet.de am besten.

Fakten allein machen viele Internetnutzer noch nicht glücklich. Einige Portale bieten deshalb mehr: Newsletter, Selbsttests, Medizinquiz und Veranstaltungskalender zum Beispiel. Wer will, kann auch eine virtuelle Sprechstunde besuchen. Fünf Betreiber im Test bieten diesen Service an. Experten beantworten die medizinischen Anfragen der Nutzer - doch nicht immer gut, wie der Test zeigt. Beispiel Qualimedic.de: Der Experte konterte die Bedenken eines Testers zur Masernschutzimpfung mit einer polemischen Antwort. Die Auskünfte zum Thema Bluthochdruck waren lückenhaft. Alles in allem eine mäßige Qualität, die nicht zu erwarten war: Auf diesem Portal beantworten 80 Fachärzte die Fragen der Nutzer.

Weitaus weniger multimedial ist das Portal MedizInfo. Ruft der Nutzer die Webseite auf, wird er von einer Textfülle erschlagen. Interaktive Elemente? Fehlanzeige. Auch Bilder haben auf der Webseite Seltenheitswert. Optisch scheint das 1996 gegründete Portal noch in der Gründerzeit des World Wide Web verhaftet. Seiner Beliebtheit tut das aber keinen Abbruch: Nach Zugriffszahlen rangiert MedizInfo gleich hinter Netdoktor und Onmeda auf Platz drei.

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