Mittwoch, 20. März 2019

Philips Kränkelnde Zahlen

Nach allen anderen Sparten bei Philips ist nun auch die Medizintechnik in die roten Zahlen gerutscht. Der Elektronikkonzern meldet fallende Umsätze in allen Bereichen und rechnet kurzfristig nicht mit Linderung.

Amsterdam - Die Wirtschaftsflaute hat den niederländischen Elektronikkonzern Philips Börsen-Chart zeigen vollständig erfasst. Nach der Lichttechnik und der Konsumelektronik ist inzwischen auch die Medizintechnik betroffen. Ein neuerlicher Verlust war die Folge.

Philips: Alle Bereiche im Krisenmodus
"Im ersten Quartal haben wir eine weitere signifikante Verschlechterung unserer Märkte gesehen", sagte Konzernchef Gerard Kleisterlee in Amsterdam. Er erwarte keine merkliche Änderung der Lage im laufenden zweiten Quartal. Die Nachfrage soll sich auf dem Niveau der ersten drei Monate bewegen.

Von Januar bis März war der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von 5,97 auf 5,08 Milliarden Euro gefallen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verschlechterte sich von plus 187 auf minus 186 Millionen Euro. Belastend wirkte sich dabei nicht nur der laufende Stellenabbau aus, sondern auch niedrigere Zuflüsse aus dem inzwischen abgeschlossen Verkauf des Flachbildschirm- Gemeinschaftsunternehmens LG Display sowie eine Abschreibung auf den verbliebenen Anteil an der Halbleiter-Ausgründung NXP. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 57 Millionen Euro an - nach einem Gewinn 294 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Eine genaue Jahresprognose traut sich Kleisterlee angesichts der Konjunkturlage weiterhin nicht zu. Vorsichtshalber erweitert er aber das Sparprogramm von 400 auf 500 Millionen Euro. Die bereits auf den Weg gebrachten Maßnahmen seien gut angelaufen, sagte er. Besonders in der Lichttechnik werde es nun zu weiteren Einschnitten kommen. Zusätzliche Mitarbeiter müssten aber nicht gehen, versprach Kleisterlee. Im Januar hatte er den Abbau von 6000 Stellen in diesem Jahr angekündigt.

Bereits Ende vergangenen Jahres war Philips tief in die roten Zahlen gerutscht. Kleisterlee hatte dem Unternehmen daraufhin strikte Kostendisziplin verordnet. Konterkariert werden seine Bemühungen durch die fortschreitende Wirtschaftskrise. Die bislang stabile Medizintechnik leidet nun unter steigenden Preisdruck, insbesondere ausgelöst durch Einsparungen im US-Gesundheitswesen.

Darüber hatte zuletzt auch der deutsche Rivale Siemens geklagt. Mit einem Drittel weniger Umsatz war es aber die Konsumelektronik, die am stärksten nachgab. Von Teilen des Geschäftsfeldes hat sich Kleisterlee bereits getrennt, etwa der Fertigung von Computermonitoren.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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