Freitag, 22. März 2019

USA Hackerangriff auf Stromnetze

Computerhacker aus China und Russland sind offenbar im vergangenen Jahr mehrfach in Stromnetze der USA eingedrungen. In den Computernetzen der Stromanbieter haben sie kleine Programme hinterlassen, die im Krisenfall aktiviert werden könnten.

Washington - Cyberspione hätten versucht, Bereiche "unserer Infrastruktur zu kartieren", berichtete die US-Zeitung "Wall Street Journal". Es seien Programme installiert worden, mit dem Ziel, die Netze zu stören. Ein konkreter Schaden sei zunächst nicht festgestellt worden. Sie hätten nicht versucht, die Infrastruktur zu beschädigen, könnten dies jedoch in einem Krisen- oder Kriegsfall versuchen. Die Zeitung beruft sich auf Geheimdienstinformationen und anonyme Vertreter des Heimatschutzministeriums.

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Amerikanischen Stellen vermuten, dass die Hacker aus China, Russland und anderen Ländern. US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano hatte die Verbesserung der Sicherheit von Computernetzwerken bei ihrem Amtsantritt im Januar als einen der Schwerpunkte ihrer Arbeit bezeichnet. Befürchtet werden unter anderem Hackerangriffe auf bedeutende Infrastrukturbereiche mit dem Ziel der Sabotage.

Ende März war bekannt geworden, dass ein in China angesiedeltes Netzwerk offenbar Computer von Behörden und Privatpersonen in 103 Ländern ausspioniert hatte. Bis zu 30 Prozent der mindestens 1295 ausspionierten Rechner seien "hochrangige Ziele" wie die Computer von Außenministerien, Botschaften, internationalen Institutionen, Medien und Organisationen gewesen, hatte es in einem Bericht des Munk-Zentrums für Internationale Studien der Universität von Toronto geheißen. Eine Beteiligung der chinesischen Regierung an "GhostNet" ("Geisternetz") ließ sich demnach nicht nachweisen. In China leben die meisten Internetnutzer weltweit.

manager-magazin.de mit Material von afp und dpa

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