Dienstag, 11. Dezember 2018

Erich Sixt "Werbung ist bei Sixt Chefsache"

Ob Bundeskanzlerin mit zerzaustem Haar oder verschuldeter Schlagerbarde - wenn Erich Sixt Werbung macht, kann das schon mal "aggressiv wirken", wie er sagt. Im Interview mit manager magazin spricht der Autovermieter außerdem über seine eigene Popularität und das Anlegerportal Stockflock.de.

mm: Herr Sixt, müssen Sie öfter mal Autogramme geben?

Sixt: Wie kommen Sie denn darauf?

Autovermieter Erich Sixt: "Auch in Krisenzeiten gebe ich rund 5 Prozent des Umsatzes für Kommunikation aus"
mm: Weil Ihr Unternehmen dank intensiver Werbung einen Bekanntheitsgrad von über 90 Prozent hat. Das verschafft Ihnen selbst ja auch eine sehr hohe Bekanntheit.

Sixt: Ja, ich bekomme tatsächlich regelmäßig Briefe mit Autogrammwünschen, die ich dann auch erfülle. Populär ist aber nur der Markenname Sixt. Gott sei Dank kennt man mein Gesicht nicht, darauf lege ich auch viel Wert. Deshalb gehe ich zum Beispiel nicht in Talkshows.

mm: Müssen Sie heute, in Zeiten der Krise, mehr in Werbung investieren als früher?

Sixt: Ja, wobei ich eine einfache Regel verfolge: Wir geben, auch in Krisenzeiten, immer rund 5 Prozent des Umsatzes für Kommunikation aus, wozu auch die Werbung gehört.

mm: Warum gerade 5 Prozent?

Sixt: Das kann ich nicht erklären, das kommt aus dem Bauch heraus. Das ist auch das Ergebnis meiner langjährigen Erfahrung im Geschäft mit Vermietung und dem Leasing von Autos.

mm: Warum ist gute Werbung in Ihrem Geschäft besonders wichtig?

Sixt: Wir verkaufen ein körperloses Produkt. Wir sind Dienstleister und Dienstleistung ist austauschbar. Wir müssen deshalb eine Faszination, ja eine Art Magie um die Marke herum kreieren.

mm: Braucht man dazu eine besonders kreative Werbeagentur wie Jung von Matt, die erneut den manager magazin Kreativ-Index anführt?

Sixt: Ich arbeite ja nicht in erster Linie mit der Agentur zusammen, sondern mit Jean Remy von Matt, einem der beiden Unternehmensgründer.

Die Zusammenarbeit mit ihm geht zurück bis Anfang der 80er Jahre, als er noch bei einer Münchener Werbeagentur arbeitete. Damals haben wir gemeinsam die Strategie entworfen, die dann in dem Slogan gipfelte, einen Mercedes zum Preis eines Golf zu mieten. Unsere Geschäfts- und Werbestrategie lautet auch heute noch ganz einfach: First Class fahren und Economy bezahlen. Und das ziehen wir seit über 25 Jahren radikal und konsequent durch.

© manager magazin 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH