Mittwoch, 19. Dezember 2018

Telia Sonera France Telecom bläst Übernahme ab

Der französische Telekomkonzern France Telecom hat sein Übernahmeangebot für Nordeuropas Branchenführer Telia Sonera zurückgezogen. Die gebotene Summe von rund 27 Milliarden Euro war den Skandinaviern offenbar zu gering.

Stockholm/Paris - Man habe sich mit Telia Sonera Börsen-Chart zeigen nicht auf einen Preis einigen können, teilte France Telecom Börsen-Chart zeigen am Montag in Paris mit. France-Telecom-Aktien schnellten am Montagmorgen im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen um 6,10 Prozent auf 18,52 in die Höhe. Telia Sonera gaben an der Stockholmer Börse um 13,65 Prozent auf 43 schwedische Kronen nach.

Rückkehr zu traditioneller Übernahmepolitik: France-Telecom-Aktien profitieren vom Abbruch der Verhandlungen
Die Franzosen hatten Anfang Juni ein nicht bindendes Angebot in bar und Aktien vorgelegt in Höhe von insgesamt rund 27 Milliarden Euro. Telia Sonera hatte die Offerte als zu niedrig abgelehnt, worauf France Telecom sich selbst eine mehrwöchige Frist eingeräumt hatte, um die Skandinavier umzustimmen.

France Telecom mit der Marke Orange Börsen-Chart zeigen und Telia Sonera wären gemeinsam mit 237 Millionen Telefonkunden weltweit die Nummer vier geworden und hätten die Marktführung in 21 Staaten erhalten. Außerdem wäre der Gesamtkonzern weltweit zur Nummer drei der Anbieter schneller Internetanschlüsse aufgestiegen. Für France Telecom hätte sich die Übernahme auch in Form einer Steigerung des Gewinns ausgezahlt, denn der skandinavische Konzern ist deutlich rentabler als der französische.

An der Pariser Börse wurde die Nachricht vom Rückzug der France Telecom dennoch wohlwollend aufgenommen. "France Telecom zeigt, dass sie nicht alles zu jedem Preis kaufen. Das sollte die Investoren beruhigen", sagte ein Analyst von CM-CIC. Der Meinung schloss sich auch Oddo Securities an: France Telecom nehme sowohl die Meinung seiner Aktionäre als auch die der Ratingagenturen ernst, hieß es in einer Studie. Allerdings hatten viele Experten von Anfang an den strategischen Sinn der Verbindung in Zweifel gezogen. Vor allem die Erwartungen der Franzosen an die möglichen Synergien wurden von den Marktexperten kritisch eingeschätzt.

Unterdessen betonten Telia-Sonera-Großaktionäre Schweden und Finnland ihr Vertrauen in das Unternehmen. Telia Sonera sei ein starkes Unternehmen auf dem nordischen Markt und habe solide Wachstumsaussichten, heißt es in einer Mitteilung des finnischen Ministers Jyri Hakamies. Die finnische Regierung schließe sich der Einschätzung des Telia-Sonera-Managements an, wonach die Offerte zu niedrig war. Finnland hält 13,7 Prozent der Anteile. Auch der schwedische Staat, dem rund 37 Prozent gehören, bezeichnete das Angebot als zu niedrig.

Analysten gehen nun davon aus, dass France Telecom auf seinem Expansionspfad weiter fortschreiten wird und sich ein anderes Übernahmeziel sucht. "Es gibt noch einige interessante Kandidaten", so die Analysten von Dexia. Die Experten sehen die ägyptische Orascom Telecom als möglichen Kandidaten.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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