Freitag, 14. Dezember 2018

IT-Projekte Das A und O der Softwareeinführung

Wenn die Einführung einer neuen Geschäftssoftware scheitert, muss ein Schuldiger her. Das ist die Stunde der Anwälte. Sie fordern dann, wie jüngst im Fall von SAP, Schadensersatz in Millionenhöhe. Dabei lassen sich Fehlschläge und teure Gerichtsverfahren leicht vermeiden. Ein Leitfaden für erfolgreiches IT-Projektmanagement.

München - Kein Zweifel. Bei der Einführung einer neuen Geschäftssoftware kann viel schief gehen. Nach einer europaweiten Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Economist Intelligence Unit (EIU) im Auftrag des BTO-Anbieters Mercury liefern nur 49 Prozent aller Technologieprojekte einen messbaren geschäftlichen Erfolg.

Eindeutige Vorgaben: Aufgaben, Leistungen und Ziele müssen bei einer Softwareimplementierung klar geregelt sein
Meist werden zudem die Projektrisiken unterschätzt. Werden Zeitpläne und Fristen überschritten, führt dies häufig zu betriebswirtschaftlich negativen Folgen. Einerseits dreht sich dadurch die Kostenspirale unaufhaltsam nach oben, andererseits kann es zu erheblichen Beeinträchtigungen bei betrieblichen Kernprozessen kommen.

Nicht selten sind nach einem fehlgeschlagenen IT-Projekt Kunde und Softwarehersteller beziehungsweise der mit der Einführung beauftragte IT-Dienstleister heillos zerstritten. Man trifft sich vor Gericht, es schlägt die Stunde der Anwälte. J.D. Edwards etwa, heute in Oracle Börsen-Chart zeigen aufgegangen, musste im Jahr 2003 an seinen enttäuschten Kunden Evans Industries 1,8 Millionen US-Dollar zahlen, weil eine umfangreiche ERP-Einführung (Enterprise Resource Planning) fehlgeschlagen war.

Die Baumarktkette Hornbach Börsen-Chart zeigen wiederum verklagte den deutschen Softwarekonzern SAP Börsen-Chart zeigen, weil es bei der Umstellung auf die SAP-Software zu Problemen gekommen war. Beide Unternehmen einigten sich außergerichtlich. Jüngst brachte der US-Müllentsorger Waste Management den Konzern aus Walldorf vor den Kadi und fordert wegen angeblich unbrauchbarer Software mehr als 100 Millionen Dollar Schadenersatz.

Doch auch SAP-Erzrivale Oracle hat massive Probleme. Eine beim Essener Baukonzern Hochtief Börsen-Chart zeigen unter dem Projektnamen "Aristoteles 2005" gestartete Ablösung der SAP-Applikationen durch Oracles "E-Business-Suite" droht - wenig philosophisch - zu scheitern.

Was also läuft falsch bei IT-Projekten? Die Berater von Infora machen als Hauptursachen veränderte Anforderungen im Projektverlauf, unzureichendes Projektmanagement sowie -controlling, begrenzte Ressourcen und fachliche Mängel aus.

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