Mittwoch, 14. November 2018

Google Health "StudiVZ für Kranke"

Die Erde, das Weltall, und jetzt die Gesundheitsbranche - Google betritt mit seinem Angebot Google Health wieder einmal Neuland. Und auch in diesem Fall ist die Rollenverteilung klassisch: Selbstloser Konzern versus misstrauische Datenschützer. Untypisch ist dagegen, dass Google der Konkurrenz dieses Mal hinterhinkt.

Hamburg – Zehn Euro, eine Versichertenkarte und idealerweise einen Termin. Das ist bislang alles, was man in Deutschland braucht, um im Krankheitsfall bei einem Arzt vorsprechen zu können. Wenn es nach dem größten Onlinekonzern der Welt geht, wird es in absehbarer Zeit eine weitere Voraussetzung geben, um beim Doktor vorstellig zu werden: Google Health.

Die Idee des neuen Angebots von Google Börsen-Chart zeigen ist es, Daten zu Krankheiten und Laborwerten im Internet zu speichern und zu verwalten und somit immer und überall Zugriff auf die Informationen zu haben. Auch Ärzte, denen man sein Profil zugänglich macht, haben die Krankenakte via Internet parat und können Befunde und Röntgenbilder einstellen. In den USA ist der Dienst in dieser Woche an den Start gegangen. "Wir sind aber daran interessiert, den Dienst auf andere Länder auszudehnen", sagt Google-Sprecher Stefan Keuchel. Google Health könnte in absehbarer Zeit also auch in Deutschland verfügbar sein.

In den USA haben Google-Health-Nutzer bereits jetzt Zugriff auf die Chronologie all ihrer Krankheiten, Impfungen, ihrer Rezepte und eingenommenen Medikamente. Daneben bietet das Portal in Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen Services wie etwa die "digitale Pillendose", die Patienten per SMS darauf aufmerksam macht, ihre Medikamente einzunehmen.

Google tummelt sich nun also auch in der Gesundheitsbranche – und damit auf einem für den Webgiganten neuen Gebiet. Doch ausnahmsweise ist der US-Konzern hier nicht der Erste: Der ewige Konkurrent Microsoft Börsen-Chart zeigen war dieses Mal schon vorher da. Unter dem Namen Health Vault (zu Deutsch: Gesundheitstresor) startete der Konzern im Oktober vergangenen Jahres eine Online-Gesundheitsakte, in die Nutzer sämtliche Daten zu ihrem Wohlbefinden eintragen und sie Personen ihrer Wahl zugänglich machen können.

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