Mittwoch, 19. Dezember 2018

Onlinewerbung Schöne neue Welt?

Soziale Netzwerke wie MySpace oder Facebook sind derzeit das große Ding im Netz. Eine Spielwiese, auf der sich auch die werbetreibende Wirtschaft gerne tummelt - allerdings bislang mit mäßigem Erfolg. manager-magazin.de erklärt, was Reklame mit Schweinebäuchen gemeinsam hat und wie die Zukunft der Onlinewerbung aussehen könnte.

Hamburg - Onlinewerbung boomt. Um rund 40 Prozent auf fast drei Milliarden Euro, so die Schätzung des Bundesverbands Digitale Wirtschaft, hat der deutsche Onlinewerbemarkt im vergangenen Jahr zugelegt.

Während viele klassische Medien unter einer Werbeflaute leiden, läuft es online rund. Mehr als 12 Prozent vom Gesamtmarkt macht die virtuelle Verkaufsförderung dem Verband zufolge in Deutschland mittlerweile aus.

Werden in Deutschland einer Studie des Interactive Advertising Bureaus pro Nutzer derzeit rund 35 Euro für Onlinewerbung aufgewandt, liegt der Betrag nach den Worten von Björn Kaspring vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) in den USA bereits fast doppelt so hoch. "Da gibt es noch einiges aufzuholen", meint er.

Soziale Netzwerke boomen

Große Gewinner sind vor allem die sozialen Netzwerke. Die Plattform Facebook beispielsweise hat die Zahl ihrer Nutzer in etwas mehr als einem Jahr um 600 Prozent auf 60 Millionen gesteigert. Mit Marktführer MySpace, Facebook, Hi5 und der Google-Plattform Orkut sind unter den zehn beliebtesten Seiten im Netz laut Webranker Alexa.com allein vier Onlinecommunities - mit mehreren Hundert Millionen Nutzern.

Auch in Deutschland stehen die virtuellen Treffpunkte hoch im Kurs. Die großen drei StudiVZ, SchülerVZ und MySpace, die zusammen auf mehrere Millionen Nutzer kommen, haben es hier ebenfalls in die Top Ten geschafft.

Diesem Trend will und kann sich auch die werbetreibende Wirtschaft nicht mehr entziehen. Schließlich tummelt sich in den virtuellen Treffpunkten gerade die Klientel, die besonders attraktiv ist, jung und konsumfreudig. Die Kunden von morgen.

Und die sind nicht gerade zimperlich, wenn es darum geht, Privates im Netz mitzuteilen. Rund jeder fünfte Deutsche, so eine Erhebung des Verbands Bitkom, stellt bereits Informationen über sich ins Netz. Das macht es noch leichter, die Werbung an den richtigen Mann oder die richtige Frau zu bringen. Und wer will, macht gleich noch etwas Marktforschung.

Doch so paradiesisch wie es scheint, ist das gelobte Land der Social Networks für die Werber bislang nicht. Der Grund: Beim Schäkern mit Freunden haben die meisten einfach keine Lust auf nervige Werbung. Davon ist nicht nur Starblogger und Webunternehmer Jason Calacanis überzeugt.

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