Montag, 21. Januar 2019

Web 3.0 Wenn Google überflüssig wird

Wie nennt man Wörter, die von vorne und hinten gelesen gleich sind - also zum Beispiel "Anna" oder "Rentner"? Seit es Google gibt, sind solche Fragen schnell beantwortet. Aber in ein paar Jahren kann man vielleicht einfach sein Handy fragen, um zu erfahren, dass das Palindrome sind. Web 3.0 macht's möglich.

Bonn - Google Börsen-Chart zeigen, die bekannteste aller Suchmaschinen ist für die meisten Menschen schlichtweg unverzichtbar geworden. Gleiches gilt für die Möglichkeit, selber beeinflussen zu können, was es im Internet zu lesen gibt. Web 2.0 lautet hier das Stichwort: Jeder kann mitmachen und Inhalte generieren, wie zum Beispiel bei Wikipedia. In dem Onlinelexikon findet man inzwischen auf so ziemlich jede Frage eine Antwort, da die Internetcommunity äußerst fleißig ist.

Semantische Wende: Web 3.0 ist die Zukunft des Internets
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Semantische Wende:
Web 3.0 ist die Zukunft des Internets
Die deutsche Wikipedia besteht aus mehr als 600.000 Artikeln, die von jedem Nutzer immer wieder verändert und weiterentwickelt werden können. Einen Eintrag über Palindrome gibt es selbstverständlich auch. Und wie so häufig taucht der entsprechende Link in der Suchergebnisliste von Google sehr weit oben auf.

Aber man stelle sich einmal vor, Verbraucher könnten einfach ihrem Handy eine Frage stellen und es würde sofort antworten. Soll heißen: Das Handy würde eine gesprochene Frage sofort verstehen und wie ein persönlicher Assistent die richtige Antwort verbalisieren. Solche Visionen einer Antwortmaschine geistern seit einiger Zeit unter dem Schlagwort Web 3.0 beziehungsweise Semantic Web durch das Internet.

Einer der führenden Forscher auf diesem Gebiet ist Professor Wolfgang Wahlster, Inhaber des Lehrstuhls für Künstliche Intelligenz an der Universität des Saarlandes. "Wir wollen die Sprache der Computer an die Sprache der Menschen anpassen", sagt Wahlster. Natürlich wird es nicht so sein, dass die Maschinen irgendwann ihren eigenen Willen entwickeln und die Weltherrschaft an sich reißen. Und es ist auch unwahrscheinlich, dass ich mit meinem Computer über die Fußballergebnisse diskutiere und er mir irgendwann gesteht, dass er eigentlich Bayern-Fan ist.

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