Mittwoch, 12. Dezember 2018

Internet Schnell auch ohne DSL

Während die Breitbandleitungen in den Metropolen Deutschlands immer weiter ausgebaut werden, sind die ländlichen Regionen überwiegend DSL-freie Zonen. Doch auch hier muss niemand auf den schnellen Weg ins Netz verzichten – schließlich gibt es Alternativen.

Rostock/Stuttgart - Noch gibt es das langsame Internet: Längst nicht alle Haushalte können auf einen DSL-Anschluss umsteigen - und plagen sich mit einem Modem oder dem kaum schnelleren ISDN. Die Anbieter der Breitbandleitungen bevorzugen bei ihren Investitionen die profitableren Ballungsräume. Weil ein Breitbandanschluss nicht überall verfügbar ist, stellt sich die Frage nach Alternativen, die das Internetsurfen mit hoher Geschwindigkeit ermöglichen.

Viele Wege führen ins Netz: Kabel, Funk oder Satellit sind Alternativen zu DSL
So kann ein Internetzugang via TV-Kabel ein vollwertiger Ersatz für einen DSL-Anschluss sein. "Voraussetzung für einen Zugang über das Kabel ist ein in zwei Richtungen ausgebauter Anschluss, damit die Rückkanalfähigkeit gewährleistet ist", erklärt Joachim Geburtig von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Über eine einzige Leitung können im Idealfall Internet, Telefon und das Fernsehgerät genutzt werden. "Wer ohnehin schon für einen Kabelanschluss fürs Fernsehen zahlt, sollte beim Kabelanbieter nachfragen, ob auch Internet angeboten wird", so Geburtig.

Wo der Kabelausbau erfolgt ist, kann man mit einer Datenrate von bis zu 20 Megabit pro Sekunde (MBit/s) ins Internet gehen, wenn ein entsprechender Vertrag mit dem Kabelnetzbetreiber geschlossen wurde. "Leider ist auch Kabel nicht überall verfügbar", dämpft Heiner Scheffold von der Clearingstelle "Neue Medien im ländlichen Raum" die Erwartungen. Es gibt immer noch viele unverkabelte Gebiete. Die Clearingstelle bietet Städten und Gemeinden Hilfe an bei der Suche nach einer technischen Alternative zu DSL für noch nicht angeschlossene Gebiete.

W-Lan, Wimax und UMTS

Ein drahtloser Zugang ins Internet kann per Funk ermöglicht werden. "Eine geeignete Alternative zu DSL ist W-Lan", sagt Geburtig. Für das Wireless Local Area Network ist ein Funkmodem notwendig, das die Verbindung zwischen dem PC und dem Richtfunknetz herstellt.

"Noch interessanter als W-Lan ist Wimax", meint Oliver Goretzki von der Internetagentur Medienprojekte. Bei Wimax (Worldwide Interoperability for Microwave Access) sei die Reichweite besser, sagt er. Gegebenenfalls muss eine Antenne außerhalb der Wohnung angebracht werden, um den Empfang zu verbessern.

Auch UMTS ist eine mobile Zugangstechnik ins Netz. "Die Verfügbarkeit ist aber noch begrenzt", sagt Geburtig. Denn nur in Ballungszentren gibt es meist ein entsprechend ausgebautes UMTS-Mobilfunknetzes.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH