Mittwoch, 19. Dezember 2018

Fehlerhafte Artikel Wikipedia wird kontrollierter

In den vergangenen Wochen geriet das Internetlexikon Wikipedia mit fehlerhaften Artikeln in die Schlagzeilen. Um die Verlässlichkeit und Qualität der Texte zu erhöhen, wollen die Betreiber ein neues Markierungssystem starten. Damit sollen Leser auf einem Blick erkennen können, ob Artikel "frei von Verunstaltungen" sind.

Hamburg - In den nächsten Tagen beginnt der Test eines neuen Kennzeichnungssystems, teilte der Betreiber des deutschen Internetlexikons Wikipedia, Wikimedia Deutschland, mit. Es sieht vor, den Lesern mithilfe von Markierungen deutlich zu machen, ob ein Artikel frei von Unsinn oder falschen Darstellungen ist.

Auf einen Blick: In der Standardansicht sollen nur noch "gesichtete Versionen" gezeigt werden
In der Standardansicht des Internetlexikons sollen künftig nur Texte angezeigt werden, die erfahrene Autoren als frei von Verunstaltungen markiert haben. Diese werden als "gesichtete Version" gekennzeichnet. Jeder Benutzer, der eine bestimmte Zeit bei Wikipedia angemeldet ist und eine gewisse Zahl an Bearbeitungen vorgenommen hat, soll automatisch das Recht erhalten, Artikelversionen entsprechend zu markieren.

Als "geprüfte Version" werden Wikipedia zufolge Artikelversionen bezeichnet, die nach Meinung der Prüfer keine falschen Aussagen und keine verfälschenden Lücken beinhalten. Zum Prüfer würden Benutzer ernannt, die sich durch ihr Fachwissen ausgezeichnet hätten.

Nutzer sollen die nicht gekennzeichneten Versionen aber weiterhin lesen und bearbeiten können. "Ziel ist es, die Verlässlichkeit und Qualität der Texte zu erhöhen", sagte Wikimedia-Vorstandsmitglied Philipp Birken. Die neue Funktion werde voraussichtlich im November in das deutsche Hauptportal integriert, erklärte Birken. Ob anderssprachige Seiten folgen, sei noch unklar.

Bislang können alle Nutzer Artikel bearbeiten, was immer wieder zu Manipulationen und Vandalismus führt. Häufig würden etwa in Artikel über Politiker Schimpfwörter eingefügt. "Die meisten dieser Einträge werden in weniger als einer Minute von anderen Mitarbeitern rückgängig gemacht, aber dann können schon Tausende Leser den Artikel gesehen haben", erklärte Birken das Problem.

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