Dienstag, 22. Januar 2019

Buchmarkt Die iPhone-Bibeln

Freitag ist iPhone-Tag in den USA. Erwartet werden überfüllte Apple-Stores, wenn erstmals das Handy mit dem Apfel verkauft wird - Blogger haben es erwartungsfroh "Jesus Phone" getauft. Eine Branche freut sich ganz besonders: Die Ratgeberverlage, die mit iPhone-Büchern in den Lobgesang einstimmen.

Hamburg - Die Erlösung ist nah. Nur noch einmal aufstehen, dann ist die Zeit schnöder Handys vorbei. Dann kommt das iPhone hernieder. Es wird uns leuchten den Pfad in ein Paradies des Kommunizierens. Auf ewig verbunden, im heiligen Netzwerk. Apple Börsen-Chart zeigen, halleluja!

Eigentlich hatte Apple-Chef Steve Jobs im vergangenen Januar nur ein Smartphone vorgestellt, ein Telefon also, auf dem unterschiedlichste Software läuft, und das sich auf Wunsch mit dem Internet verbindet. Der Hohepriester vom Orden des digitalen Lifestyle hielt das Gerät empor, wie eine Reliquie. Danach konnten es die angereisten Konferenzteilnehmer in einem gläsernen Tabernakel bestaunen, unfassbar, unerreichbar.

Was sich seither abspielt, erinnert an Szenen aus dem Film "Das Leben des Brian". "Gib uns ein Zeichen, o Herr", riefen die Menschen in Medien und Blogs. Steve gab ein Zeichen, und siehe: sie folgen ihm. Das Telefon aus der Zukunft ist Dauerthema in den Medien, da macht manager-magazin.de keine Ausnahme. Und jede Information über das Gerät, die nach außen dringt, wird begierig gelesen, da machen die Leser von manager-magazin.de keine Ausnahme.

Nun, da der Tag der Verkündung naht, wird das Volk unruhig. Am Freitag beginnt der Verkauf in den USA, erstmals werden die Gläubigen die Reliquie berühren dürfen. Schon heuern sie Stellvertreter, die für sie in den langen Schlangen an Apple Stores warten und eines der ersten iPhones ergattern sollen.

Zur Erinnerung: Es geht um ein Telefon.

Monatelang waren offizielle Informationen über das Gerät spärlich. Kaum mehr als die Andeutungen von Steve Jobs bei der ersten Präsentation ließ Apple nach außen dringen, allenfalls Gerüchte, die die Sinne benebelten. Nicht ein einziger Apple-Manager gab ein Interview.

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