Mittwoch, 19. Dezember 2018

Datenschutz Google fällt durch

Die Organisation Privacy International überprüft regelmäßig Unternehmen, wie sie mit den Daten ihrer Nutzer umgehen. Unter der Lupe standen nun Internetgrößen wie AOL, Microsoft und Yahoo, doch keines der großen Portale kam so schlecht weg wie Google.

San Francisco - Unter den führenden Web-Adressen hat Google Börsen-Chart zeigen nach Ansicht der britischen Menschenrechtsorganisation Privacy International den schlechtesten Datenschutz. In einer Studie zum Umgang der Unternehmen mit den Daten der Nutzer bekam Google die niedrigste Einstufung. Diese Kategorie ist Firmen mit einer "umfassenden Kundenüberwachung und Feindseligkeit gegenüber dem Datenschutz" vorbehalten, wie Privacy International erklärte. Keines der 22 anderen überprüften Unternehmen - von AOL über Microsoft Börsen-Chart zeigen bis Yahoo Börsen-Chart zeigen - wurde so schlecht eingestuft.

Spuren hinterlassen: Internetportale wie Google sammeln Daten über ihre Nutzer
Probleme mit dem Datenschutz stellte Privacy International auch bei anderen Firmen fest, sie seien aber nirgends so schwerwiegend, heißt es in der Untersuchung. In einer Reaktion auf den Bericht verteidigte eine Google-Anwältin die Datenschutzpolitik des Unternehmens. Dabei verwies Nicole Wong auch darauf, dass sich Google im vergangenen Jahr erfolgreich gegen eine Verfügung des US-Justizministeriums zur Herausgabe von Millionen Suchanfragen gewehrt habe.

"Wir sind enttäuscht über den Bericht von Privacy International", sagte Wong. "Er enthält zahlreiche Ungenauigkeiten und Missverständnisse über unsere Dienste. Es ist eine Schande, dass Privacy International den Bericht veröffentlicht hat, ohne dass wir eine Möglichkeit hatten, unseren Datenschutz mit ihnen zu besprechen." Privacy International wies den Vorwurf zurück. Google sei Anfang des Monats kontaktiert worden, habe darauf aber nicht reagiert, sagte der Direktor der in London ansässigen Organisation, Simon Davies.

Es war nicht die erste Kritik aus Europa an der Datenschutzpolitik von Google. Im Mai hatten sich der EU-Datenschutzbeauftragte Peter Hustinx und Experten der 27 Mitgliedstaaten kritisch über den Suchmaschinenbetreiber geäußert. In einem Schreiben an den US-Konzern brachten sie dabei ihre Bedenken hinsichtlich des Umgangs mit den Daten von Internetnutzern zum Ausdruck.

Google macht nur geringe Zugeständnisse

In den USA haben drei Gruppen von Verbraucherschützern im Zusammenhang mit der Übernahme des Online-Anzeigen-Unternehmens Doubleclick durch Google die Aufsichtsbehörden aufgefordert, auf Änderungen beim Datenschutz zu dringen. Die US-Handelskommission prüft zwar noch kartellrechtliche Fragen, hat aber schon angedeutet, dass der Datenschutz dabei keine Rolle spielt.

Unter dem Eindruck der wachsenden Kritik hat Google inzwischen erklärt, dass Nutzerdaten nach 18 bis 24 Monaten gelöscht würden. Zugleich wird die umfangreiche Sammlung an Daten damit gerechtfertigt, dass deren Auswertung helfe, den Dienst noch besser zu machen und neue Angebote zu entwickeln.

In der Studie von Privacy International landeten sieben weitere große Internetunternehmen auf der zweitniedrigsten Stufe, auf der nach Ansicht der Autoren eine "beträchtliche und umfassende Gefahr für den Datenschutz" gegeben ist: AOL, Apple Börsen-Chart zeigen, Facebook, Hi5, Reunion, Windows Live Spaces von Microsoft und Yahoo. Keines der überprüften Unternehmen bekam die Bestnote, aber immerhin fünf Firmen wurde zugute gehalten, dass sie ein Bewusstsein für den Datenschutz hätten. Das sind: BBC, Ebay Börsen-Chart zeigen, Last.fm, Livejournal und Wikipedia.

Michael Liedtke, ap

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