Mittwoch, 19. Dezember 2018

YouTube-Klage Google weist Vorwürfe zurück

Der Internetkonzern Google hat auf die Milliardenklage des MTV-Mutterkonzerns Viacom gegen das Videoportal YouTube geantwortet. Die Klage stelle die Funktionsweise des Internets in Frage, erklärte das Unternehmen.

Mountain View/Kalifornien - Die Urheberrechtsklage des MTV-Mutterkonzerns Viacom Börsen-Chart zeigen gegen Google Börsen-Chart zeigen und sein Video-Portal YouTube stellt nach Darstellung von Google die grundlegende Funktionsweise des Internets in Frage. In seiner Antwort auf die Schadenersatzklage argumentierte der Internetkonzern am Montag, Übermittler und Provider könnten nicht für die Internetkommunikation haftbar gemacht werden. "Viacoms Klage bedroht die Art und Weise, wie hunderte von Millionen Menschen legitim Informationen austauschen", erklärte Google.

Problemkind: Mit dem milliardenschwerden Kauf von YouTube hat Google sich bislang vor allem Probleme eingehandelt
Viacom hat Google auf mehr als eine Milliarde Dollar (760 Millionen Euro) Schadenersatz verklagt. Viacom wirft YouTube vor, mehr als 160.000 Videoclips seiner Kabelsender unrechtmäßig verbreitet zu haben.

Der Internetgigant weist fast alle Anklagevorwürfe zurück - unter anderem, dass sich YouTube vorsätzlich an der massenhaften Verletzung von Urheberrechten beteiligt. Google sicherte sich in dem Fall prominente Unterstützung: Der Konzern wird unter anderem von dem Juristen Philip Beck vertreten, der bereits für den US-Präsidenten George W. Bush beim Streit um die Stimmenauszählung in Florida bei der Wahl im Jahr 2000 tätig war. Beck vertrat zudem den US-Pharmakonzern Merck & Co. Börsen-Chart zeigen bei dem Skandal um das Schmerzmittel Vioxx.

Viacom wirft Google und YouTube die unerlaubte Verbreitung von Viacom-Programminhalten vor und verlangt deswegen eine Entschädigung von mehr als einer Milliarde Dollar. Google dagegen ist der Überzeugung, dass die Geschäftspraktik von YouTube rechtmäßig sei. Dem Viacom-Konzern zufolge haben Internetnutzer auf YouTube hunderttausende Videoclips aus seinem Programm geladen.

YouTube verhindert nicht von vornherein das Heraufladen von urheberrechtlich geschütztem Material. Wenn das Portal aber von den Rechteinhabern dazu aufgefordert wird, entfernt es die entsprechenden Clips aus seinem Angebot. Viacoms Klage ist die bisher größte Herausforderung beim Vorhaben des Internetkonzerns Google, den Online-Videomarkt für sich zu erobern. Google hatte das bei Internetnutzern sehr populäre Portal YouTube im Herbst übernommen, will es zu einem dominierenden Vertriebsweg für Unterhaltung machen und zugleich als Werbeplattform ausbauen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap

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