Montag, 10. Dezember 2018

Medienmacht Internet Die neue Einfachheit

Das Bedürfnis nach einfacher Verständigung ist so alt wie die Menschheit. Die Entwicklung des Internets und des Web 2.0 ist diesem Anliegen durchaus zuträglich - Unternehmen müssen mit der neuen Einfachheit allerdings umzugehen wissen.

Stuttgart - Die Möglichkeiten im neuen Internet, die im Moment unter dem Begriff Web 2.0 in aller Munde sind, bieten nicht nur Risiken für Unternehmen. Sie bringen auch Möglichkeiten, die interne Effizienz (Employer Branding) zu erhöhen und sich auf einen neuen menschlichen Dialog mit Kunden (Customer Relationship Management, CRM) einzulassen.

Einfachheit siegt:
Das Corporate Design soll Vertrauen schaffen
Das Kommunikationsverhalten von Unternehmen (Corporate Communications) wird das neue Internet in jedem Fall ändern. Formale Kommunikationskanäle wie Presse- und Marketingabteilungen wird es sicher weiterhin geben. Auch das Erscheinungsbild (Corporate Design) wird Unternehmen in Zukunft Vorteile bringen.

Die neuen Möglichkeiten der Interaktion im Internet können Unternehmen nutzen, um für Orientierung am Markt zu sorgen, Vertrauen zu schaffen, Interesse an der Marke zu wecken, zielgerichteter zu werben oder gar neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Wer sich den neuen Kommunikationstechnologien verschließt, kann sogar Marktanteile verlieren. Wie soll sich also ein Unternehmen verhalten, wenn es unsicher im Umgang mit neuen Kommunikationsformen ist? Möglicherweise hilft folgendes Zitat von Einstein: "Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Geist sein treuer Diener."

Marketinginteressen nicht im Vordergrund

Intuition, Kreativität und Technologie werden in der rationalen Geschäftswelt neue Strukturen schaffen. Stellen Sie sich die Triebkräfte der Menschheitsträume vor: Verständigung, Schöpfung, Unsterblichkeit und Sicherheit. Überträgt man diese Menschheitsträume auf Web-2.0-Anwendungen, könnten Geschäftserfolge wie der freie Bilderdienst Flickr, der für 20 Millionen Dollar an Yahoo verkauft wurde, oder das Portal MySpace, das für 580 Millionen Dollar an Rupert Murdoch ging, darauf begründet sein.

Auf beiden Portalen kann die Allgemeinheit ihre persönlichen Schöpfungen im digitalen Archiv für die digitale Ewigkeit sichern und sich mit Gleichgesinnten verständigen. Wer an verschiedenen Computern viel im Internet arbeitet und Bookmarks zu interessanten Webseiten an einem Ort sichern möchte, kann das bei Delicious tun. Yahoo hat auch dieses Portal gekauft - für 30 Millionen Dollar. Diese Beispiele zeigen, wie sich mit menschlichen Wünschen und einfach nutzbaren Internetanwendungen ganz neue Geschäftsmodelle entwickeln lassen.

Will ein Unternehmen die neuen Kommunikationsformen für den Mitarbeiter- oder Kundendialog nutzen, muss es authentisch auftreten. Reine Marketinginteressen sollten nicht im Vordergrund stehen. Unternehmen können Weblogs, Podcasts oder Videopodcasts unternehmensintern und -extern einsetzen. Videofilme, die früher mit viel Aufwand produziert werden mussten, sind heute für einen Bruchteil der Kosten machbar und schnell ins Internet gestellt. Informationen sind auf diese Weise mit verschiedenen Endgeräten leicht zu konsumieren. Werden die Technologien professionell angewendet, kann das Interesse an der Marke gesteigert werden und zu mehr Umsatz führen.

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