Samstag, 20. Oktober 2018

ZDF HDTV verstärkt Gebührenhunger

Die hochauflösende Fernsehnorm HDTV ist schon längst in Deutschlands Wohnzimmern angekommen. Das ZDF will sich nicht lumpen lassen und auch in der neuen Technologie senden. Zur Finanzierung der kostspieligen Umstellung fordert der Sender eine Erhöhung der Rundfunkgebühren.

Hamburg - Der Sender habe beschlossen, rasch auf die Technik umzustellen sagte Intendant Markus Schächter der "Financial Times Deutschland". "Wir berechnen gerade die Kosten und werden diese als Gebührenbedarf bei der zuständigen Kommission anmelden." Die Rundfunkgebühren von monatlich 17,03 Euro gelten seit 1. April 2005 und noch bis Ende 2008.

"Mit dem Zweiten sieht man besser": Bald auch in HDTV
Das ZDF rede derzeit mit der ARD, sagte Schächter dem Blatt. Bei der vergangenen Gebührenrunde hatte es erheblichen politischen Streit um die von den öffentlich-rechtlichen Sendern verlangte Erhöhung gegeben. Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber und andere Politiker hatten verlangt, dass es 2009 eine Nullrunde für ARD und ZDF geben müsse.

Das ZDF will laut Schächter mit der kompletten Umstellung auf High Definition Television (HDTV) möglichst bald nach den Olympischen Spielen 2008 beginnen. Diese sollen bereits in HDTV gesendet werden. Der Vorteil liegt in einem Fernsehbild, das schärfer und brillanter aussieht.

Der Einstieg in die neue Technik ist sehr teuer. Die gesamte Produktions- und Übertragungstechnik muss erneuert werden. HDTV hat eine fünfmal höhere Auflösung als die in Europa übliche Fernsehnorm Pal (Phase Alternation Line), die die meisten Haushalte derzeit empfangen. Statt 720 x 576 überträgt HDTV 1920 x 1080 Pixelzeilen an das Display, wodurch ein wesentlich schärferes, detailreicheres und farbechteres Bild entsteht.

Zum anderen fallen dem Bericht zufolge bei der Übertragung des Signals doppelte Kosten an, weil für einen Übergangszeitraum von mehreren Jahren auch im herkömmlichen Standard gesendet werden muss.

ZDF-Produktionschef Andreas Bereczky habe vorläufig die Kosten für den Mainzer Sender auf 80 Millionen Euro in fünf Jahren taxiert. "Hier sind nicht nur technische Investitionen, sondern weitere HD-bezogene Kosten enthalten", zitierte das Blatt Bereczky.

manager-magazin.de mit Material von ap

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